Sabalenka unterliegt erneut in Melbourne: Rybakina feiert zweiten Grand-Slam-Titel

Jelena Rybakina ist die neue Siegerin der Australian Open.
Jelena Rybakina ist die neue Siegerin der Australian Open.ČTK / AP / Dita Alangkara

Elena Rybakina (26) ist die brandneue Siegerin der Australian Open und hat damit ihren zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere errungen. Die ehemalige Wimbledon-Gewinnerin setzte sich im Melbourne Park mit 6:4, 4:6, 6:4 gegen die Weltranglistenerste und zweifache Titelträgerin des ersten Grand Slams der Saison, Aryna Sabalenka (27), durch, die damit zum zweiten Mal in Folge das Finale der Australian Open verlor.

Dabei hatte sich die Gewinnerin von 2023 und 2024, die vergangenes Jahr im Finale an Madison Keys (USA) gescheitert war, vor der Partie noch siegessicher gezeigt. "Ich weiß genau, was in all den Finalspielen, die ich gespielt und verloren habe, falsch gelaufen ist", sagte Sabalenka: "Das wird sich in dieser Saison definitiv nicht wiederholen."

Ausgezeichneter Start der Kasachin

Wegen Regens wurde das Finale unter geschlossenem Dach ausgetragen. Rybakina zeigte gleich im ersten Spiel beeindruckende Returns, drehte ein 0:30 in ein 40:30 und erspielte sich einen Breakball. Sabalenka konnte diesen mit einem starken Aufschlag abwehren, machte jedoch anschließend zwei Fehler und verlor ihren Service. Beim Return hatte die Belarussin zunächst keine Chance und kam erst nach dem dritten Spiel auf die Anzeigetafel.

Sabalenka wirkte in den nächsten Minuten ratlos und zugleich verärgert, hielt Rybakina aber dennoch stets in Reichweite eines Breaks. Nach und nach fand die Belarussin mehr Ruhe und erarbeitete sich im achten Spiel erstmals Chancen beim Return. Doch ihre Gegnerin servierte zweimal hervorragend, wehrte beide Breakbälle eiskalt ab und verteidigte ihr Aufschlagspiel.

Die Weltranglistenerste ärgerte sich am Ende über das verlorene Auftaktspiel nach 30:0-Führung. Rybakina ließ sie danach zu keiner weiteren Breakchance mehr kommen und verteidigte ihren Vorsprung bis zum Ende des Satzes, der 37 Minuten dauerte.

Mit neuem Fokus zum Ausgleich

Nach dem verlorenen ersten Satz verließ Sabalenka den Platz, um sich in den Katakomben des Stadions neu zu fokussieren. Diesmal gelang ihr der Auftakt, und im darauffolgenden Spiel setzte sie Rybakina erneut bei deren Aufschlag unter Druck. Sie erspielte sich sogar drei Breakbälle, doch die Weltranglistenfünfte blieb in diesen Momenten erneut fehlerlos und glich zum 1:1 aus.

In den nächsten Minuten entwickelte sich kein größeres Drama, beide Spielerinnen hielten ihren Aufschlag ohne große Probleme. Sabalenka verteidigte im siebten Spiel ihr Service über Einstand, ging mit 4:3 in Führung und wahrte ihre Siegchance.

Beim Stand von 4:5 folgte ein kritisches Aufschlagspiel für Rybakina. Die gebürtige Russin wurde nervös und verlor das Spiel komplett. Sabalenka, die nahezu fehlerfrei agierte, nahm ihr das Service zu null ab, und nach eineinhalb Stunden ging das Match in den entscheidenden Satz.

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Rybakina fängt sich nach geglaubter Niederlage

Der Gewinn des zweiten Satzes gab Sabalenka offensichtlich enormen Auftrieb. Sie startete in den letzten Durchgang wie ein Wirbelwind und ging dank starker Returns mit 2:0 in Führung. Das Break bestätigte sie, obwohl sie sich erstmals seit dem ersten Satz einem Breakball der Gegnerin stellen musste.

Doch wenig später glänzte Rybakina beim Return und nahm Sabalenka zum ersten Mal seit dem Auftaktspiel den Aufschlag ab. Die Weltranglistenerste hatte jedoch sofort wieder eine Breakchance, verfehlte aber nur knapp einen unerreichbaren Rückhand-Return. Kurz darauf zeigte die Anzeigetafel ein 3:3 – das Drama ging weiter.

Das Aufholen des Rückstands beflügelte Rybakina, während Sabalenka in die entgegengesetzte Stimmungslage geriet. Rybakina nutzte das, erspielte sich zwei Breakbälle in Folge und verwandelte den zweiten nach einem leichten Fehler der Belarussin. Im Gegensatz zu ihrer Gegnerin ließ sie sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und durfte nach über zwei Stunden Kampf jubeln.

Als faire Verliererin zeigte Sabalenka sich im Anschluss trotzdem. "Ich bin sprachlos gerade", sagte die Belarussin, um dann doch ein paar warme Worte loszuwerden. "Ich möchte dir zu einem unglaublichen Lauf und zu unglaublichem Tennis gratulieren", gab sie ihrer Gegnerin mit und konnte dabei schon wieder lachen. "Hoffentlich läuft es nächstes Jahr wieder besser."

Die Kasachin war nach dem Titelgewinn fassungslos. "Es ist schwierig für mich, Worte zu finden", sagte Rybakina, die in einem packenden Finale. "Ich möchte euch für die unglaubliche Atmosphäre danken", führte die 26-Jährige aus - und meinte damit vor allem die begeisterten kasachischen Fans, die die größte Arena auf der Anlage im Melbourne Park in ein Tollhaus verwandelten.

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