Medvedev vs. Sinner - 22:00 Uhr MEZ
Medvedev stoppt Alcaraz und meldet sich eindrucksvoll zurück
Medvedev lieferte im Halbfinale eine seiner stärksten Leistungen der letzten Monate oder sogar Jahre ab. Der Russe besiegte Weltranglistenersten Carlos Alcaraz und beendete damit die beeindruckende Serie des Spaniers, der 2026 bislang ohne Niederlage geblieben war.
Dabei zeigte Medvedev ein Niveau, das stark an seine erfolgreichste Phase erinnerte – jene Zeit, in der er selbst die Weltrangliste anführte und große Hartplatzturniere dominierte. Mit diesem Auftritt machte der Russe eines deutlich: In Topform kann er trotz der wachsenden Konkurrenz durch jüngere Spieler weiterhin zu den gefährlichsten Akteuren auf der Tour gehören.
Kuriose Statistiken prägen Medvedevs Karriere
Einige Zahlen aus Medvedevs Karriere wirken ungewöhnlich. Obwohl er mittlerweile 22 Titel auf der ATP-Tour gewonnen hat, gelang es ihm lange Zeit nicht, ein Turnier zweimal zu gewinnen. Erst im vergangenen Monat durchbrach er diesen "Fluch" beim Dubai Tennis Championships.
Auch seine Bilanz gegen Topspieler ist bemerkenswert: Gegen Weltranglistenerste steht Medvedev bei 8 Siegen und 8 Niederlagen. Gegen die Nummer zwei der Welt sieht die Statistik allerdings deutlich schlechter aus: nur ein Sieg bei neun Niederlagen, wobei der einzige Erfolg gegen Rafael Nadal bei den ATP Finals 2020 gelang.
Sinner erreicht erstmals das Finale von Indian Wells
Auch Sinner setzte im Halbfinale ein klares Zeichen. Der Italiener besiegte den zuletzt aufstrebenden Alexander Zverev ohne Satzverlust und zog erstmals in seiner Karriere ins Endspiel von Indian Wells ein. Zugleich beendete er damit eine für ihn ungewöhnliche Serie: 2026 hatte er zuvor noch kein einziges Finale erreicht.
In den vergangenen Jahren war Sinner dem Titel mehrfach nahe gekommen, scheiterte jedoch jeweils im Halbfinale – sowohl 2023 als auch 2024.
Chance auf wichtigen Titel ohne Rivalen Alcaraz
Der Finaleinzug eröffnet Sinner nun eine große Chance. In den vergangenen Jahren hatte ihm ausgerechnet Carlos Alcaraz mehrfach den Weg zum Titel versperrt. Der Spanier stoppte ihn nicht nur zweimal in Indian Wells, sondern besiegte ihn auch in den Finals der Cincinnati Open und der US Open im Vorjahr.
Zur Einordnung: Seit den ATP Finals 2023, als Novak Djokovic ihn ohne Satzgewinn besiegte, hat Sinner kein Tour-Finale mehr gegen einen anderen Spieler als Alcaraz verloren. Seitdem stand er zwölfmal gegen andere Gegner im Endspiel und gewann jedes dieser Matches. Ein Erfolg beim Masters-Turnier könnte daher für Sinner eine wichtige Rolle spielen, um nach seinem durchwachsenen Saisonstart neues Selbstvertrauen zu gewinnen.
Direkter Vergleich: Sinner hat zuletzt klar die Oberhand
Im direkten Vergleich führt Sinner knapp mit 8:7 Siegen. Die Rivalität lässt sich jedoch in zwei deutlich unterschiedliche Phasen einteilen. Zu Beginn dominierte Medvedev und gewann die ersten sechs Begegnungen in Serie.

Seit Sinners sportlichem Durchbruch in der zweiten Hälfte der Saison 2023 hat sich das Kräfteverhältnis allerdings deutlich verschoben. Der Italiener gewann acht der letzten neun Duelle zwischen den beiden.
Wett-Tips: Finale mit offenem Ausgang
Die Ausgangslage verspricht ein hochklassiges Duell zwischen zwei der besten Hartplatzspieler der Tour. Medvedev bringt enorme Konstanz und taktische Variabilität mit, während Sinner aktuell zu den explosivsten Offensivspielern im Herrentennis zählt.
Medvedev reist mit beeindruckender Form nach Indian Wells. Er hat aktuell neun Matches in Folge gewonnen, ohne dabei einen einzigen Satz abzugeben. Zudem hat er in diesem Jahr bereits zwei Titel gewonnen und strebt nun seinen ersten Masters-Erfolg seit dem Italian Open 2023 an.
Der 30-Jährige hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er Sinner schlagen kann. Seine jüngsten Probleme waren vor allem mental und fielen mit Sinners Aufstieg und Medvedevs Form- und Selbstvertrauenskrise zusammen. So verlor Medvedev beispielsweise das Finale der Australian Open 2024, nachdem er bereits mit 2:0 in Sätzen vorne lag. Jetzt wirkt Medvedev wieder nah an seinem Top-Niveau heran, der Sieg gegen Alcaraz dürfte ihm das nötige Selbstvertrauen geben. Es spricht vieles dafür, dass Medvedev zumindest einen Satz gewinnt oder sogar als neuer Indian-Wells-Champion aus dem Match hervorgeht.
Medvedev in 2026
Beste Ergebnisse: Dubai, Brisbane (Titel)
Beste Ergebnisse auf Outdoor Hartplätzen: Dubai, Brisbane (Titel)
Bilanz: 18:3
Bilanz in den letzten 10 Matches: 9:1
Bilanz auf Outdoor Hartplätzen: 18:2
Bilanz gegen Top 10: 2:0 (Karriere 52:53)
Bilanz in ATP Masters 1000-Finals: 0:0 (Karriere 6:4)
Bilanz in Finals: 1:0 (Karriere 22:19)
Grand Slams: Australian Open (Achtelfinale)
Medvedev bei den BNP Paribas Open
Karriere-Bilanz: 25:8
Bestes Ergebnis: Finale (2023, 2024, 2026)
Ergebnis aus der letzten Saison: Halbfinale
Bilanz in Finals: 0:2
Weg ins Finale: Freilos, Tabilo (6:4, 6:2), Baez (6:4, 6:0), Michelsen (6:2, 6:4), (14) Draper (6:1, 7:5), (1) Alcaraz (6:3, 7:6)
Sinner in 2026
Beste Ergebnisse: Indian Wells (Finale), Australian Open (Halbfinale)
Beste Ergebnisse auf Outdoor Hartplätzen: Indian Wells (Finale)
Bilanz: 12:2
Bilanz in den letzten 10 Matches: 8:2
Bilanz auf Outdoor Hartplätzen: 12:2
Bilanz in ATP Masters 1000-Finals: 0:0 (Karriere 5:4)
Bilanz in Finals: 0:0 (Karriere 24:9)
Grand Slams: Australian Open (Halbfinale)
Sinner bei den BNP Paribas Open
Karriere-Bilanz: 16:3
Bestes Ergebnis: Finale (2026)
Ergebnis aus der letzten Saison: nicht gespielt
Bilanz in Finals: 0:0
Weg ins Finale: Freilos, Svrcina (6:1, 6:1), Shapovalov (6:3, 6:2), Fonseca (7:6, 7:6), (25) Tien (6:1, 6:2), (4) Zverev (6:2, 6:4)
