Wenn Madison Keys und Jessica Pegula über Tennis plaudern, ist das meist hoch unterhaltsam und manchmal erfrischend ehrlich. Wie zuletzt zu hören in ihrem Podcast Player's Box.
Die ersten Bilder und Videos ihrer Konkurrentin Iga Swiatek an der Seite von Rafael Nadal nahmen Keys und Pegula humorvoll und durchaus ehrfürchtig zur Kenntnis.
Dass sich die "Queen of Clay" – selbst dekoriert mit vier Titeln in Roland Garros – Hilfe vom Sandplatzkönig persönlich holt, um ihrer Karriere neuen Schwung zu verleihen, sorgte für Aufregung in der Szene. Auch bei den US-Profis. "So etwas sollte illegal sein", scherzte Pegula. Und Keys stimmte ein: "Iga auf Sand mit Rafa ist das Letzte, was wir brauchen."
Besondere Vorbereitung, besonderes Publikum
Tatsächlich hatte sich Swiatek (24) in Nadals Tennis-Academy auf Mallorca auf das Frühjahr auf ihrem Lieblingsbelag vorbereitet. An ihrer Seite: Trainer Francisco Roig, der einst Nadal bei dessen Erfolgen begleitet hatte. Der Spanier ersetzte im Team der Polin Wim Fissette, der nicht einmal ein Jahr nach dem gemeinsamen Wimbledonsieg gehen musste.
Zu Swiatek und Roig gesellte sich auf Mallorca auch Nadal, was für die Nummer vier der Welt gar nicht so einfach war. "Die ersten 15 Minuten im Training war ich so angespannt", erzählte Swiatek vor ihrem Auftaktmatch in Madrid gegen die Ukrainerin Daria Snigur (6:1, 6:2): "Ich dachte nur: 'Oh mein Gott, wie soll ich spielen? Er schaut zu. Er ist hier.'"
Es dauerte eine Weile, bis Swiatek realisierte: Rafa weiß, wie ich mich fühle. "Er hat jede Erfahrung auf dem Court gemacht. Niemand hat von mir erwartet, dass ich schon perfekt spiele", sagte sie über die ersten Trainingstage auf Sand und erlaubte damit einen Blick in ihre Seele. Denn Swiatek ist trotz ihrer Erfolge eine ewig Zweifelnde geblieben.
Anschluss an Weltspitze verloren
Das verbindet sie mit Nadal, der unglaubliche 14-mal bei den French Open triumphiert hatte. Auch Swiatek dominierte im Sandplatzreich von Paris, von 2020 bis 2024 blieb sie auf den Courts am Bois de Boulogne ungeschlagen. Erst die Niederlage im Halbfinale der Olympischen Spiele beendete ihre Serie und brachte gleichzeitig ihr System ins Wanken.
Die Führung im Ranking verlor sie an Aryna Sabalenka und dazu: das Selbstvertrauen und teilweise sogar den Anschluss an die Powerspielerinnen. Sabalenka und Elena Rybakina bestimmen seit geraumer Zeit das Geschehen, Swiatek sucht nach einem Rezept – mit Roig und Nadals Rat hofft sie, ihre Top-Form bis zu den French Open (ab 24. Mai) zu finden.

Helfen soll ihr die spanische Schule und die Rückbesinnung auf alte Stärken. "Ich habe das Gefühl, dass ich nach diesen Trainingseinheiten auf Mallorca keine überstürzten Entscheidungen mehr treffe", erzählte Swiatek und gab zu: "Das habe ich im letzten Jahr etwas häufiger getan." Weniger Risiko, mehr Ballwand: Keys und Pegula zittern schon.
