Beim 1:6, 4:6 hatte sich am Samstag phasenweise ein Klassenunterschied offenbart, dabei war Zverev erwartungsfroh in die Sandplatzsaison gestartet. Auf den Hartplätzen von Indian Wells (2:6, 4:6) und Miami (3:6, 6:7) hatte er sich in den Halbfinals gegen Sinner ordentlich geschlagen, auf seinem Lieblingsbelag rechnete er sich danach größere Chancen aus, doch die Hoffnung platzte nach nur 82 Minuten.
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Und so blieb Zverev (28) beim Gipfeltreffen der Champions am Sonntag nur die Zuschauerrolle: Sinner und der Spanier Carlos Alcaraz duellierten sich um den Titel und den Spitzenplatz in der Weltrangliste, Zverev muss sich zunächst auch auf Sand mit dem Status als bester Spieler weit hinter den beiden Ausnahmekönnern begnügen. Das hatte er sich auch mit Blick auf die French Open (ab 24. Mai) anders vorgestellt.
Kein Breakball für Zverev gegen Sinner
Selbst Chefkritiker Boris Becker war überzeugt davon, dass sich Zverev auf dem richtigen Weg befindet. "Mir geht das Herz auf: Er spielt offensiv. Er steht im Feld. Er geht ans Netz. Er spielt mal Serve-and-Volley", schwärmte Becker in seinem Podcast. Ein Grand-Slam-Sieg sei so nur noch "eine Frage der Zeit". Die Zweifel daran dürften nach der Pleite in Monte Carlo wieder wachsen.
Becker selbst beobachtete Zverevs Bemühungen gemeinsam mit seinem alten Rivalen Stefan Edberg und seiner Ehefrau Lilian auf der Tribüne. Was er sah, dürfte ihm nicht gefallen haben. Nicht eine Breakchance erhielt Zverev über die komplette Distanz, einmal schaffte er es zum 30:30. Für jemanden, der sich auch und vor allem beim Return-Spiel verbessert haben will, eine beunruhigende Statistik.
"Ich habe sehr, sehr solide gespielt", sagte Sinner. Das reichte, um Zverev bei seiner achten Niederlage in Folge im direkten Duell, der fünften in Serie ohne Satzgewinn, keine Luft zum Atmen zu lassen. Sinner drückte Zverev häufig hinter die Grundlinie zurück, und der Hamburger schaffte es nicht, sich zu befreien. Die Dominanz war nicht zu übersehen und dürfte für Kopfzerbrechen im Team Zverev sorgen.
Nächste Station München
Das reist aus der Wahlheimat Monaco weiter nach München, beim Turnier des MTTC Iphitos ist Zverev Titelverteidiger, und was noch wichtiger ist: Sinner wird nicht am Start sein. Eine willkommene Gelegenheit, um sich mit einem Titel Selbstvertrauen zu holen, denn die gute Nachricht nach der Klatsche lautet: Die Sandsaison hat gerade erst begonnen. Noch ist Zeit, um den Abstand zu verkürzen. Es wartet viel Arbeit.
Schon nach dem Viertelfinal-Krimi gegen Teenager Joao Fonseca hatte Zverev Verbesserungsbedarf ausgemacht. "Manchmal stimmt mein Timing noch nicht ganz. Aber es ist die erste Woche für uns", sagte er. Eine Woche mit einem schmerzhaften Ende.
