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Torrekord eingestellt: "Bubiface" Gidsel sorgt für historische Handball-Gala

Aktualisiert
Gidsel (r.) wird von Aymeric Zaepfel gefeiert
Gidsel (r.) wird von Aymeric Zaepfel gefeiertČTK / imago sportfotodienst / Uwe Koch

Weil der Ball aber Bruchteile von Sekunden zu spät die Torlinie überfliegt, zählt der Treffer nicht. Mathias Gidsel muss sich an diesem denkwürdigen Königsklassen-Abend wohl oder übel mit seinen 17 (!) Toren bei 19 Versuchen begnügen. Nie erzielte ein Mensch mehr Treffer in diesem Wettbewerb. Die Zeitungen sollten am Freitag wahlweise die "Gidsel-Gala", die "Gidsel-Show" oder den "Tor-Wahnsinn" von Berlin feiern.

Die Szene vom Donnerstagabend sagt viel über Gidsel aus. Den dänischen Olympiasieger. Den Welt- und Europameister der Füchse Berlin. Diesen Überhandballer mit dem Bubigesicht, der sich unabhängig vom Spielstand immer voll reinschmeißt. Bis zur letzten Sekunde. So wie beim 40:32-Erfolg der Füchse in der Champions League gegen den FC Porto, der die Berliner auf den so wichtigen zweiten Tabellenrang der Gruppe A hievte.

Zum Match-Center: Füchse Berlin vs. FC Porto

Während alle anderen nach der furiosen Rekordshow des Welthandballers ins Schwärmen gerieten, lächelte Gidsel verhalten. Er sei vor allem "stolz auf unsere Anhänger und den Verein, dass heute so eine wahnsinnige Stimmung geherrscht hat", sagte der "Man of the Match". Für ihn seien die Fans "heute der Spieler des Spiels". Bei Instagram präsentierte Gidsel seinen über 300.000 Followern ein Bild seines Teamkollegen Matthes Langhoff.

Gidsels geteilte Story auf Instagram
Gidsels geteilte Story auf InstagramInstagram: @gidsel

Rekord von Chuchi eingestellt

Die großen Worte nach seinen großen Taten überließ der 27-Jährige anderen. Seinem Trainer zum Beispiel. "Mathias Gidsel war heute unsere absolute Führungskraft", sagte Nicolej Krickau : "Es freut uns, dass in diesem Spiel alles bei ihm funktioniert hat."

17 Tore - dieselbe Anzahl an Treffern gelang vor 17 Jahren nur dem Spanier Jesús "Chuchi" Martínez de la Cal. Und obwohl Krickau mit der Leistung seiner Mannschaft nicht vollkommen zufrieden war - auf Gidsel, zuletzt drei Jahre in Folge Welthandballer, war stets Verlass: Er "hat uns heute immer wieder die nötige Sicherheit gegeben".

Noch mehr Verantwortung für Gidsel

In einer schwierigen Saison für die Füchse, die im Sommer wichtige sportliche Stützen verloren haben, macht Gidsel in seinem inzwischen fünften Jahr in der Hauptstadt einmal mehr den Unterschied.

"Ich kämpfe natürlich auch extra, weil da ein bisschen mehr Verantwortung bei mir liegt und die Strukturen im Spielsystem ein bisschen anders sind", sagte Gidsel: "Ich merke auch schon, dass es für mich schwierig ist, meine Chancen zu kreieren. Aber heute habe ich ein gutes Gefühl gehabt." Das war nicht zu übersehen an diesem denkwürdigen Abend in Berlin.

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