Warme Worte von Golla und Knorr: Gislason hofft auf neuen Vertrag

Alfred Gislason hofft auf einen neuen Vertrag.
Alfred Gislason hofft auf einen neuen Vertrag.ČTK / imago sportfotodienst / Marco Wolf

Zwei Siege gegen Ägypten, warme Worte vom eigenen Team: Alfred Gislason darf mehr denn je auf einen neuen Vertrag hoffen.

Alfred Gislason verließ die Arena mit einem wohligen Gefühl im Bauch. Die zwei Siege von Deutschlands Handballern gegen Afrikameister Ägypten und die tolle Stimmung in den heimischen Hallen steigerten beim Bundestrainer die Vorfreude auf die Heim-WM spürbar. "Es gibt eine super Entwicklung in Handball-Deutschland. Diese Mannschaft macht den Leuten Spaß", sagte Gislason. Er lächelte.

Auch ihm selbst war die Freude an seinem Team deutlich anzumerken. Nach den beiden schwer erkämpften Erfolgen (34:33, 41:38) blickte Gislason auf eine "sehr gute Woche mit den Jungs" zurück. Und dann waren da ja auch noch die warmen Worte seiner Stars, die Gislasons Hoffnungen auf einen neuen Vertrag vor den anstehenden Verhandlungen beflügeln dürften.

Man habe sich seit dem Umbruch mit der aktuellen Mannschaft "stetig nach vorne entwickelt", sagte Kapitän Johannes Golla in bislang nicht gekannter Deutlichkeit: "Wir haben zwei Spiele gegen Ägypten mit einer durchwachsenen Leistung, wo wir nicht ganz zufrieden sind, gewonnen. Das zeigt schon, dass wir Schritte nach vorne machen und mittlerweile ein anderes Selbstverständnis haben. Das spricht natürlich für eine gute Zusammenarbeit."

Auch Juri Knorr sprach sich für eine Weiterbeschäftigung des erfahrenen Trainers aus, der die deutsche Mannschaft seit 2020 betreut. "Er hat mich damals in sehr jungen Jahren dazugeholt und mir auch immer wieder Vertrauen geschenkt. Ich hoffe, dass es noch weitergeht mit ihm", sagte der Spielmacher. Gislasons aktueller Vertrag läuft nach der Heim-WM aus, der 66-Jährige möchte mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles weitermachen, in jener Stadt also, in der er 1984 bereits als Spieler unter den Ringen auflief.

Neuer Impuls oder alter Recke?

DHB-Sportvorstand Ingo Meckes will die Frage im Verband definitiv vor dem Mega-Turnier im eigenen Land (13. bis 31. Januar 2027) beantworten, sich dabei aber nicht unter Druck setzen lassen. "Es wäre schlimm, wenn wir einen Monat oder zwei Monate, bevor die WM startet, keine Klarheit hätten", sagte er am Rande der Ägypten-Länderspiele. Einen "unmittelbaren Druck" sehe man allerdings nicht.

 

Im Kern geht es darum, ob die junge deutsche Mannschaft nach dem Höhepunkt 2027 einen neuen Impuls in Form eines wahrscheinlich dann jüngeren Trainers bekommt oder Gislason selbst das bestellte Feld weiter ernten darf. In der Mannschaft macht man sich laut Golla über die anstehenden Verbandsgespräche "ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken. Wir versuchen, aus der Zeit mit Alfred das Beste zu machen und den Weg, den wir jetzt gemeinsam eingeschlagen haben, so lange wie möglich und so erfolgreich wie möglich weiterzugehen."

Auf ihrem nächsten Stopp auf dem langen Weg zur Weltmeisterschaft im eigenen Land geht es gegen die Überflieger aus Dänemark. Die Spiele gegen den Olympiasieger und amtierenden Welt- und Europameister steigen am 15. und 17. Mai in Kopenhagen und Köln. Die Entscheidung über die Gislason-Zukunft ist dann womöglich schon gefallen.