Dabei stellte Göttlich heraus, dass er nicht für einen Boykott des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) plädiere, sondern Denkanstöße geben wolle. "Wenn man in ein Land fährt, das Krieg führt, wo Menschen auf der Straße erschossen werden, dann muss man sich zumindest Gedanken machen: Was ist unsere Verbandslinie, wenn wir da hinfahren? Das ist etwas, das ich anstoßen wollte", sagte Göttlich mit Blick auf die USA.
Ihm sei es um die Frage gegangen: "Was ist der Sport? Der Sport steht für Integration, für Spaß, für Diversität. Und dafür, dass wir uns für die Menschenrechte einsetzen. Das sehe ich derzeit nicht."
Göttlich fordert "Vorbereitung"
Der DFB-Vize fordert eine Vorbereitung des Verbandes auf mögliche Diskussionen. "Fahren wir dahin? Wie fahren wir dahin? Wenn wir hinfahren: Was ist die Aussage? Das ist etwas, worauf man sich vorbereiten muss", betonte Göttlich, der die Debatte Ende Januar forciert hatte. Der DFB sprach sich gegen einen Boykott aus, Präsident Bernd Neuendorf kritisierte Göttlich für dessen Vorstoß ("Der Kollege ist noch nicht so lange dabei").
Göttlich zeigte sich erstaunt über die Reaktionen auf seine Aussagen. "Ich dachte: Das ist der größte Sportverband der Welt, der hat sich doch wohl kommunikativ Gedanken gemacht", sagte der 50-Jährige, der sich eine Spitze gegen den DFB-Präsidenten erlaubte: "Ich glaube, Herr Neuendorf ist kürzer im Amt, als ich es in einem Funktionärsamt im deutschen Fußball bin."
