Bleibt Rangnick ÖFB-Teamchef? Pröll ist zuversichtlich

Josef Pröll
Josef PröllČTK / imago sportfotodienst / LUKA KOLANOVIC

Die Zukunft von Ralf Rangnick bleibt offen, doch beim ÖFB wächst die Zuversicht. Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll glaubt an einen Verbleib des Teamchefs und spricht über die Gespräche, Christoph Baumgartners mögliche WM-Reise und die Ziele bei der Endrunde.

Mitten in den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft beschäftigt den Österreichischen Fußball-Bund weiterhin eine zentrale Personalfrage: Bleibt Ralf Rangnick über die WM hinaus Teamchef?

Der Vertrag des Deutschen läuft mit dem Ende der Weltmeisterschaft aus. Ein Angebot zur Verlängerung liegt bereits auf dem Tisch. Nun wartet der Verband auf eine Entscheidung des 67-Jährigen.

„Wir erwarten seine Entscheidung jetzt in den nächsten Tagen und Wochen möglicherweise“, erklärte ÖFB-Präsident Josef Pröll gegenüber dem ORF. Die Gespräche zwischen Verband und Teamchef verlaufen dabei weiterhin in einem positiven Umfeld. „Wir wissen, was wir aneinander haben, weil wir sehr offen und direkt die Dinge miteinander besprechen, in einem sehr positiven Klima.“

Seit Monaten wird Rangnick immer wieder mit dem AC Milan in Verbindung gebracht. Zu den Spekulationen um den italienischen Traditionsklub wollte sich Pröll jedoch nicht äußern. Stattdessen konzentriert er sich auf die Argumente des ÖFB. „Mir geht es darum: Was können wir als ÖFB mit ihm gemeinsam austauschen, damit er sich für uns entscheidet. Und da glaube ich, haben wir viele Vorleistungen gebracht.“

 

 

Vertrauen statt Druck

Der Verbandschef setzt bewusst auf Gelassenheit. Zeitdruck soll es vonseiten des ÖFB nicht geben. „Jetzt lassen wir ihm Zeit. Ich bin mit ihm in Gesprächen, sehe das entspannt“, sagte Pröll. Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit sein Wunsch wäre. „Wird er zusagen, dann würde es uns sehr freuen. Wenn nicht, werden wir auch nicht im Bösen auseinander gehen.“

„Ich bin optimistisch“, sagte der ÖFB-Präsident über die Chancen auf einen Verbleib Rangnicks.

 

Marko Arnautovic ist wieder im Mannschaftstraining
Marko Arnautovic ist wieder im MannschaftstrainingČTK / imago sportfotodienst / Yigit Oerme

 

Aufstieg als erstes großes Ziel, Arnautovic wieder im Training

Sportlich richtet sich der Fokus nun voll auf den WM-Auftakt gegen Jordanien. Mit Argentinien und Algerien warten danach zwei weitere anspruchsvolle Aufgaben in Gruppe J.

Pröll formulierte die Erwartungen an die Mannschaft bewusst ambitioniert, aber realistisch. Das erste konkrete Ziel sei klar definiert: „Wir können das Sechzehntelfinale erreichen. Das ist das erste große Ziel.“

Und vielleicht ergibt sich danach sogar ein besonderes Duell. Auf die Frage nach seinem WM-Favoriten nannte Pröll Spanien – fügte aber mit einem Schmunzeln hinzu: „Außer die Wege Spaniens kreuzen sich vorher mit Österreich.“

Positive News gibt es von Marko Arnautovic. Der Rekordteamspieler nahm am Dienstag am Mannschaftstraining teil, nachdem er die Einheit am Vortag wegen leichter Knieprobleme ausgelassen hatte.

Während Arnautovic wieder auf dem Platz stand, fehlte Florian Grillitsch bei der Einheit. Grund dafür war allerdings keine neue Verletzung. Wie der ÖFB mitteilte, wurde der Mittelfeldspieler mit Blick auf seine erst vor Kurzem auskurierte Muskelverletzung bewusst geschont. Die Maßnahme dient der Belastungssteuerung und soll sicherstellen, dass der Braga-Legionär rechtzeitig zum Turnierstart in optimaler Verfassung ist.