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Bloß kein Druck nach langer Leidenszeit: Oberdorf nähert sich dem Comeback 2.0

Bloß kein Druck nach langer Leidenszeit: Oberdorf nähert sich dem Comeback 2.0
Bloß kein Druck nach langer Leidenszeit: Oberdorf nähert sich dem Comeback 2.0Profimedia

Lena Oberdorf steht beim FC Bayern vor dem Ende ihrer Leidenszeit. Wie weit ist die Nationalspielerin nach ihrem zweiten Kreuzbandriss?

Mit dem Ball unter dem Arm blickt Lena Oberdorf auffordernd in die Kamera. "Kommst du raus zum Spielen?", fragt sie mit lässiger Sonnenbrille auf der Nase. Der frische Schnappschuss bei Instagram verrät, was sich die 24-Jährige nach ihrer langen Leidenszeit am meisten wünscht: Endlich wieder kicken.

Doch nach ihrem zweiten Kreuzbandriss darf Oberdorf nichts überstürzen. "Ich will mich nicht so unter Druck setzen und einfach das Fußballspielen wieder genießen", sagte die Nationalspielerin. Der Saisonstart ihres FC Bayern, der Supercup gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (19.30 Uhr/DF1 und MagentaTV) in Ingolstadt, kommt für Oberdorf daher noch zu früh.

Comeback rückt immer näher

Die Mittelfeldspielerin mache "sehr gute Fortschritte", sagte Bayern-Trainer José Barcala dem SID: "Es ist beeindruckend, wie sie sich im Mannschaftstraining präsentiert." Mittlerweile mit vollem Kontakt, "es gibt für sie aktuell keine Einschränkungen mehr. Hoffentlich können wir in zwei Wochen anfangen, ihr Spielzeit zu geben."

Beim Comeback 2.0 sei es "unheimlich schön, wieder ganz normal bei der Mannschaft zu sein", sagte sie dem Münchner Merkur. Denn ihre Zeit beim FC Bayern war bislang alles andere als ganz normal.

Im Sommer 2024 erleidet Oberdorf kurz vor den Olympischen Spielen ihren ersten Kreuzbandriss im rechten Knie. Statt nach dem Wechsel aus Wolfsburg zum großen Ligarivalen den nächsten Karriereschritt zu bewältigen, muss "Obi" sich durch die Reha quälen. Sie verpasst Olympia-Bronze in Frankreich und die EM 2025 in der Schweiz.

Kurz danach: endlich die langersehnte Rückkehr beim Supercup in Karlsruhe. Doch nach dem 4:2 gegen ihren Ex-Verein Wolfsburg währt die Freude keine zwei Monate. Nach nur acht Pflichtspielen reißt Oberdorfs repariertes Kreuzband im Oktober 2025 erneut.

Direkter Ersatz für Stanway

Doch nach dem Schock beweist sie beeindruckende Resilienz. Durch die zweite Reha sei sie "deutlich besser" gekommen, in dem Wissen, jede Hürde schon einmal geschafft zu haben: "Man macht sich einfach nicht so viele Gedanken."

Auch sonst sei die Zeit lehrreich gewesen. Sie sei "deutlich erwachsener geworden", befand Oberdorf: "Ich bin nicht mehr so naiv, nicht zuletzt mit Blick auf meine Entscheidungen auf dem Platz. Welchen Zweikampf muss ich jetzt wirklich bestreiten? Wo muss ich wirklich ran und wo kann ich ruhiger agieren?"

Ruhig bleibt Oberdorf auch beim Thema Nationalteam. Für die Auswahl von Bundestrainer Christian Wück steht im nächsten Sommer die WM in Brasilien an. "Für mich", erklärte Oberdorf, "ist es jetzt noch zu weit weg und ich will mich damit auch noch gar nicht so richtig befassen."

Statistiken: Lena Oberdorf
Statistiken: Lena OberdorfFlashscore

Zuerst wolle sie bei den Double-Gewinnerinnen sportlich ankommen, "erst mal wieder meine Leistung bringen, Leistungsträgerin werden. Und dafür lasse ich mir auch die Zeit." Ihr Trainer freut sich nach dem Abgang von England-Star Georgia Stanway zum FC Arsenal auf eine Allzweckwaffe im Mittelfeld.

"Sie hat ein gutes Timing, sie hat gute Laufwege, ist abgezockt, dazu sehr kraftvoll, und sie wird unserem Spiel viele Möglichkeiten geben", betonte der Spanier. Oberdorf könne "als Sechserin spielen, aber sie kann auch im Zwischenraum agieren, weil sie beide Rollen sehr gut versteht."