Besser hätte es nicht laufen können. Fast 21.000 Dauerkarten verkauft, zum Saisonauftakt gleich ein souveränes 3:0 gegen Dynamo Dresden vor 43.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion, und jetzt, am kommenden Samstag, trifft der 1. FC Nürnberg in der Mutter aller Derbys auch noch auf die SpVgg aus der "westlichen Vorstadt" (Fürth) - was die ohnehin große Euphorie rund um den Club fast ins Unermessliche steigern könnte.
Nürnberg "will den Spieler halten"
Vor dem bereits 277. Duell zwischen den beiden fränkischen Altmeistern geht bei den Anhängern der Nürnberger allerdings auch die Sorge um, dass ihnen ihr großer Liebling noch abhanden kommt: Mohamed Ali Zoma. In der vergangenen Saison erzielte der Angreifer nach seinem Wechsel vom italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe aus der Nähe von Bergamo 14 Tore, legte fünf weitere auf. Gegen Dresden nun traf der gebürtige Italiener mit ivorischen Wurzeln dreimal.
Stellt sich freilich die Frage, ob Zoma auch nach dem Ende der Transferzeit noch in Nürnberg sein wird. Sportvorstand Joti Chatzialexiou sagt, er werde "gar nicht ins Grübeln kommen, ich will den Spieler halten". Zomas Vertrag läuft bis 2029. Der Club, der vor einem Jahr 800.000 Euro für den mittlerweile 22-Jährigen bezahlt hatte, würde frühestens bei einer Ablöse von 20 Millionen Euro zucken, behauptet Aufsichtsratschef Peter Meier.

Finanziell nun in einer anderen Lage
Sportlich wäre ein Abgang von Zoma, an dem Klubs aus Italien und Frankreich ihr Interesse bekundet haben, nur schwerlich zu verkraften. Auch wenn Trainer Miroslav Klose Gelassenheit demonstriert. "Wir können nicht alles auf Zoma legen. Wir wissen, welche Stärken er hat, dass er aus dem Nichts Tore machen kann", sagt der Weltmeister von 2014 und versichert: "Ich bin total entspannt. Der Junge ist klar im Kopf, und er weiß, was er mit all den Fans hier hat."
Unter Transferdruck steht der Club offensichtlich nicht. "Wir haben andere Voraussetzungen als noch vor zwei Jahren, als wir das Messer am Hals hatten und zwingend verkaufen mussten, damit das hier alles funktioniert. Durch die Gelder, die wir eingenommen haben, haben wir eine andere Ausgangslage", sagt Chatzialexiou. Zoma wiederum hat versichert, er liebe neben dem Toreschießen auch die "Atmosphäre" in Nürnberg.
Die Atmosphäre des traditionsreichsten deutschen Derbys, das in der vergangenen Saison zweimal unentschieden endete, wird Zoma noch erleben, zum dritten Mal. Historisch bewanderte Nürnberger weisen derweil ungeachtet des Gegners darauf hin, dass der Club letztmals 2017 mit zwei Siegen startete - und danach in die Bundesliga aufstieg. Im ersten Spiel gab es damals übrigens ein 3:0.
Zum Match-Center: Greuther Fürth vs. 1. FC Nürnberg
