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Eishockey: Warten auf den IHF – Rankels Traumdebüt von Russland-Dilemma überschattet

André Rankel feierte ein erfolgreiches Debüt mit dem DEB.
André Rankel feierte ein erfolgreiches Debüt mit dem DEB. ČTK / imago sportfotodienst / Maximilian Koch

Dem neuen Bundestrainer André Rankel gelingt ein Einstand nach Maß, doch in diesen Tagen spielt das Sportliche nur eine Nebenrolle. Der Blick richtet sich auf den Weltverband.

Nach dem Traumdebüt stolperte André Rankel über seine eigenen Worte. Während seiner Ansprache nach dem Premierensieg reihte der neue Eishockey-Bundestrainer ein Lob an das nächste - bis er sich verhaspelte. "Ich kann gar nicht mehr reden", scherzte Rankel, seine Mannschaft lachte.

Der 3:0-Erfolg Deutschlands zum Auftakt beim Deutschland Cup gegen Österreich war sportlich eine gern genommene Ablenkung, denn zum Lachen ist in diesen Tagen im internationalen Eishockey eigentlich niemandem zumute. Über allem schwebt das CAS-Urteil zur Rückkehr Russlands - und damit verbunden die Frage: Was passiert mit der WM in Deutschland im kommenden Mai?

"Es gibt nichts Neues zu vermelden. Bei uns steht der Sport im Vordergrund", sagte Christian Künast, Sportvorstand beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB), bei MagentaTV. Bei einer Bundespressekonferenz am Freitag erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius, dass bei einer Teilnahme der russischen Nationalmannschaft "die Durchführbarkeit des Turniers sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich" sei.

Was macht der IHF?

Der Puck liegt nun beim Weltverband IIHF, der sich neben zahlreichen Boykottdrohungen und abspringenden Sponsoren auch Schuldzuweisungen ausgesetzt sieht. Der Internationale Sportgerichtshof CAS, der den Stein mit seinem Urteil ins Rollen gebracht hatte, bescheinigte dem Dachverband mangelhafte Beweise für einen Fortbestand der russischen Suspendierung. Auch aus dem lettischen Lager kam massive Kritik. "Die Begründung, warum die IIHF sie von internationalen Wettbewerben ausschließt, war sehr schwach und ging nicht wirklich auf die eigentlichen Bedenken ein", sagte Nationaltrainer Arturs Irbe.

Lettland gehört zu den Ländern um Weltmeister Finnland, die nicht gegen Russland antreten wollen, die Schweiz schloss sich dem Boykott dagegen vorerst nicht an. Kanada wiederum will dem russischen Team zur U20-WM rund um den Jahreswechsel keine Visa ausstellen. Der DEB brachte durch den Vorstandsvorsitzenden Frank Lutz gar die Rückgabe der WM-Gastgeberrolle ins Spiel - und wartet nun auf das weitere Vorgehen des Weltverbands.

Seit Montag konferiert die IIHF mit dem neuen Präsidenten Franz Reindl über die Folgen des Urteils, am Freitag setzte der schwer unter Druck geratene Verband sein Meeting fort. Eine Stellungnahme wird mit Spannung erwartet.

DEB-Team siegt trotz Nebengeräuschen souverän

All das lässt das Sportliche derzeit zur Nebensache werden, dabei lief es am Donnerstagabend auf dem Eis nach einer zerfahrenen ersten halben Stunde im Düsseldorfer Dome durchaus ordentlich. "Es war ein gutes Spiel, das mir sehr gut gefallen hat", sagte Rankel nach seinem ersten Sieg: "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung in allen Bereichen."

Zum Match-Center: Deutschland vs. Österreich

Ein Extralob verdiente sich der Berliner Goalie Jonas Neffin, der nach fünf Shutouts in seinen ersten neun DEL-Spielen für die Eisbären auch in seinem ersten Länderspiel ohne Gegentor blieb - als erster Debütant seit Philipp Grubauer im Jahr 2014. "Alles, was er jetzt macht, hat er sich selbst erarbeitet. Deswegen freue ich mich unheimlich für ihn", sagte Rankel.

Weiter geht's für seine Mannschaft beim Deutschland Cup am Samstag (18.30 Uhr/MagentaTV) gegen Lettland. Auf dem Weg zur Heim-WM, sollte sie wirklich in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim stattfinden, sah der Nachfolger des entlassenen Harold Kreis aber schon zum Auftakt einen "ersten, guten Schritt". Das machte Rankel auch seiner Mannschaft in der Kabine klar - inklusive eines kleinen Verhasplers.

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