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Früher "Kriminellensport", heute Leistung pur - David Kozma über die die MMA und Ecklerin

Kozma feierte im Februar einen wichtigen Sieg.
Kozma feierte im Februar einen wichtigen Sieg.OKTAGON

Früher war er das Gesicht von OKTAGON und der dominanteste Champion im Weltergewicht. Dann folgten drei schmerzhafte Niederlagen, die Fragen zu seiner Zukunft aufwarfen. David Kozma hat jedoch wieder die Siegermentalität gefunden und vor OKTAGON 92 in Prag (1. August) scheint er das Schlimmste überstanden zu haben. Im exklusiven Interview mit Flashscore sprach der tschechische Kämpfer über seinen steinigen Weg, aber auch über das Ziel, in einem Fußballstadion in Frankfurt zu kämpfen, sowie über der Wandel, den die MMA in den letzten Jahren durchlebt hat.

Die Geschichte von David Kozma könnte man durchaus als filmreif bezeichnen. 2018 stieg er bei OKTAGON ein und holte sich beim zehnten Event nach einem Sieg über Gábor Boráros (TKO in der 2. Runde) den Titel im Weltergewicht. Den Gürtel verlor er erst nach vier Jahren und fünf erfolgreichen Titelverteidigungen Ende 2022 in einem unvergesslichen Duell gegen Kaik Brito.

Danach kam jedoch der Bruch. Die nächsten beiden Kämpfe gewann er zwar noch nach Punkten, doch ab September 2023 folgte eine ungewöhnliche Serie von drei Niederlagen in Folge, die er erst bei OKTAGON 84 im Februar beenden konnte, als er nach dem Urteil der Punktrichter den Slowaken Jozef Wittner besiegte.

Der „Rosa Panther“ überraschte anschließend die Öffentlichkeit, als er noch vor dem Duell mit David Zawada auf der Prager Štvanice den Deutschen Star Christian Eckerlin zu einem Kampf vor 60.000 Zuschauern im Fußballstadion von Eintracht Frankfurt herausforderte. Was ihn dazu bewogen hat, verriet er im Interview.

Wie fühlen Sie sich nach dem Triumph über Wittner? Der Sieg kam nach drei Niederlagen, als manche Sie schon abgeschrieben hatten.

"Ich fühle mich gut. Es war ein Triumph, den ich gebraucht habe. Nach drei Niederlagen musste ich auf Nummer sicher gehen. Es war nicht meine beste Leistung, aber ich brauchte die Bestätigung."

Waren diese Zweifel der Öffentlichkeit für Sie eine Art Motivation?

"Auf jeden Fall, es ist immer eine Motivation, den Leuten zu zeigen, dass ich es noch draufhabe, dass sie mich noch nicht abschreiben sollen."

Zawada stärker als Eckerlin

Ihre Karriere wurde in den letzten Jahren von gesundheitlichen Problemen und den erwähnten Niederlagen beeinflusst. Wie sieht es aktuell gesundheitlich bei Ihnen aus?

"Es waren drei Knockouts in Folge, aber alle Ergebnisse bezüglich meines Kopfes waren in Ordnung. Es war eher eine mentale Blockade, dass der Kopf früher abschaltete als er sollte. Mit meinem Mentalcoach arbeite ich jetzt daran, das zu verbessern. Ich glaube, es wird jetzt besser."

Auf der Štvanice erwartet Sie ein besonders starker Gegner, David Zawada, aber Aufmerksamkeit erregten Sie auch dadurch, dass Sie Christian Eckerlin herausgefordert haben. Viele Kämpfer gehen den umgekehrten Weg und sprechen vor einem bevorstehenden Kampf nicht über Zukunftspläne. Warum haben Sie sich so entschieden?

"Zawada ist ein sehr starker Gegner und ich unterschätze ihn nicht. Aber Eckerlin habe ich vor allem deshalb herausgefordert, damit ihn mir niemand wegschnappt, denn diesen Kampf in Frankfurt vor 60.000 Fans will ich unbedingt. Ich denke, Zawada ist sogar noch ein stärkerer Gegner als Eckerlin, und wie gesagt, es geht auf keinen Fall um eine Unterschätzung."

Kozma ist zurück in voller Pracht.
Kozma ist zurück in voller Pracht.OKTAGON

Wie läuft die Vorbereitung auf OKTAGON 92?

"Die Vorbereitung läuft gut, ich fühle mich in Topform und es gab keine Verletzungen. Wir gehen auf Sieg."

Wie sehen Sie die Expansion von OKTAGON über die Grenzen Tschechiens und der Slowakei hinaus? Die Konkurrenz für die heimischen Kämpfer wird immer stärker.

"Die Expansion ist so extrem gelungen, dass das wohl nicht einmal OKTAGON selbst erwartet hat. Sie haben eine Marktlücke entdeckt und ich gönne es ihnen. Dass wir auf so großen Events kämpfen können, ist auch für uns gut."

Ein Sport für "glatzköpfige Kriminelle"

Die Zeiten ändern sich ständig. Hat der Erfolg der MMA heute mehr mit sportlicher Leistung zu tun oder damit, wie man sich zum Beispiel in den sozialen Medien vermarktet?

"Meiner Meinung nach geht das Hand in Hand. Du musst Leistung bringen, aber du musst auch eine Persönlichkeit sein, deine Marke verkaufen und die Zuschauer begeistern, nicht nur ein langweiliger Kämpfer sein, sondern auch ein bisschen Show bieten. Heute ist das Zeitalter der sozialen Medien, also muss man sich öffnen und sich den Fans widmen."

Wenn Sie heute als junger Kämpfer anfangen würden, würden Sie denselben Weg gehen?

"Wenn ich heute starten würde, würde ich nicht mit Judo beginnen, sondern gleich mit MMA. Als ich klein war, haben nur wenige Leute Mixed Martial Arts gemacht und es war nichts für Kinder. Es war die Domäne von Erwachsenen, glatzköpfigen, tätowierten Kriminellen und es war nicht wirklich ein Sport. Heute wird es als Sport angesehen, mit dem auch kleine Kinder anfangen können."

Was ist das Hauptziel von David Kozma im Käfig für die Jahre 2026 und 2027?

"Dieses Jahr ist es der Sieg über Eckerlin und der Gewinn seines Titels. Was die Zukunft betrifft – näher an den Titelkampf heranzukommen, ich weiß nicht, ob ich direkt um den Titel kämpfen werde, aber ich möchte zu den Leuten gehören, die darum kämpfen. Sagen wir, in die Top 5 der Rangliste zu kommen."

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Autor des Artikels.Flashscore