The last dance
Es wird emotional. Alexandra Popp will sich nach 14 Jahren im VfL-Trikot mit dem 21. (!) Titelgewinn aus Wolfsburg verabschieden. Es wäre nach einer muskulären Wadenverletzung Mitte März das fast schon kitschige Happy End einer imposanten Erfolgsära. Die frühere DFB-Kapitänin hat den Pokal als Rekordsiegerin bereits 13 Mal gewonnen, für das große Highlight vor dem Wechsel zu ihrem Herzensverein Borussia Dortmund sollte die 35-Jährige einen XL-Vorrat an Taschentüchern einpacken, denn sie ahnt: "Tränen werden definitiv fließen." Vermutlich nicht nur auf dem Platz.
Eingefleischte Rivalität
Seit der Saison 2012/2013 ging die Meisterschale nur noch nach Wolfsburg oder München. Zuletzt triumphierten die Bayern viermal in Serie, die Wachablösung ist erfolgt - das zweite Double nacheinander soll die neue Rangordnung zementieren. Auch wenn der VfL gegen die in dieser Saison national noch ungeschlagenen Münchnerinnen in der Rolle des Underdogs ist - das Pokalfinale liegt dem elfmaligen Titelträger einfach: Von 2015 bis 2024 (2:0-Finalsieg gegen Bayern) triumphierten die Wölfinnen durchgehend - das Stadion in Köln-Müngersdorf gilt seither als zweites Wohnzimmer von Popp und Co. Der FC Bayern peilt derweil seinen dritten Pokalsieg an.
Festtagsstimmung
Seit 2010 steigt das Frauen-Endspiel in der Rhein-Metropole, und auch dank des bunten Rahmenprogramms auf den Stadionvorwiesen hat es sich als familienfreundliches Fußballfest am Feiertag etabliert. Gespielt wird vor über 45.000 Fans, voraussichtlich zum vierten Mal in Serie vor ausverkauften Rängen. "Es ist das größte Highlight für den deutschen Frauenfußball in jedem Jahr", schwärmte die Wolfsburger Nationalspielerin Janina Minge in der Sport Bild über das Event, das viel zu lange als Vorprogramm des Männer-Endspiels in Berlin ein Schattendasein fristen musste. Im vergangenen Jahr wurde der Vertrag verlängert, das Frauen-Pokalfinale bleibt bis 2030 in Köln. Mindestens.
Hello again
Wenn zwei Top-Vereine in der Bundesliga über Jahre den Ton angeben, bleibt es nicht aus, dass Spielerinnen die Seiten wechseln. Beim Endspiel könnte so im Sturm jeweils eine alte Bekannte für Tore sorgen: Bayern-Star Pernille Harder (Dänemark) sammelte von 2017 bis 2020 Titel um Titel mit den Wolfsburgerinnen, ehe sie erst zum FC Chelsea und dann 2023 nach München wechselte. Den umgekehrten Weg ging Lineth Beerensteyn: Die niederländische Torjägerin trug zwischen 2017 und 2022 das Trikot der Bayern, über die Zwischenstation Juventus Turin kam sie 2024 zum VfL und avancierte in der Bundesliga sogleich zur Torschützenkönigin (16 Treffer, gleichauf mit Selina Cerci/TSG Hoffenheim).
