Das sei "toll, schön, geil, unbeschreiblich", sagte Laurin Curda, der den Außenseiter nach langer Überzahl mit seinem Treffer zum 2:1 (1:1, 1:1) in der Verlängerung (100.) erlöst hatte. In der Bundesliga sei "jedes Stadion geil, aber ich kenne das ja noch gar nicht", fügte er an: "Ich freue mich, und am Freitag habe ich selbst noch eine Hochzeit zu feiern."
Zum Match-Center: SC Paderborn vs. VfL Wolfsburg
Routinier Sven Michel läutete einen schier endlosen Partymarathon ein - ohne Rücksicht auf Verluste. Notfalls werde er Kettemann ins Krankenhaus bringen, wenn dieser schlapp mache, sagte er.
Kettemann lernt Ostwestfalen neu kennen
Anders als nach den Aufstiegen 2014 und 2019 wollen die Paderborner diesmal in der Bundesliga nicht nur zu Gast sein, sondern Fuß fassen. Damit das gelingt, wird Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange einige "ernste Vertragsgespräche" führen, wie er lächelnd betonte. Doch dafür war weder am Montagabend noch am Dienstag mit dem großen Empfang am Rathaus der geeignete Zeitpunkt.
"Man sieht, dass die Ostwestfalen richtig euphorisch sein können", sagte Kettemann: "Ich selbst habe noch keinen Zugang zu den Gefühlen, es ist surreal."
Für den 39-Jährigen ist es der mit Abstand größte Erfolg seiner Trainerkarriere. Kettemann war erst zu Saisonbeginn von der U19 des Karlsruher SC nach Paderborn gekommen - mit seiner unbekümmerten und lockeren Art riss er das Team mit.
Das sorgte auch bei den Fans für Begeisterung: Bei der Busankunft am Stadion hatten sie Spalier gestanden, später feierten sie ihre Aufstiegshelden auf dem Rasen und in der gesamten Stadt. Die Fans seien "stolz, dass dieses Spiel überhaupt stattgefunden" habe, behauptete Kettemann, den sie in Paderborn alle nur "Kette" rufen. Die gesamte Saison über habe seine Mannschaft an der "Oberkante" performt.
Auch Hecking steht "verdienten" Sieg
So war es auch am Montag. Zwar habe das sehr frühe 0:1 durch Dzenan Pejcinovic (3.) "nicht dem Matchplan entsprochen", sagte Kettemann, doch die Paderborner zeigten begünstigt von einem Platzverweis gegen Joakim Maehle (14./Gelb-Rot) eine starke Reaktion. Filip Bilbija (38.) glich aus, Paderborn rannte an, doch erst in der Verlängerung sorgte Curda für Ekstase.
29:3 Torschüsse und 19:2 Ecken zählten die Statistiker letztlich - Paderborn "hat es in Überzahl gut gemacht, der Sieg ist schon verdient", gab sogar Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking zu.
