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Mohya in der Kabine, vier Siege auf dem Konto: Wie stabil ist der HSV?

Der Hamburger SV feiert einen verdienten Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach.
Der Hamburger SV feiert einen verdienten Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach.SELIM SUDHEIMER / GETTY IMAGES VIA AFP

Plötzlich tauchte da Wael Mohya in der Kabine des HSV auf. Nachdem das Toptalent von Borussia Mönchengladbach artig die Punkte im Volkspark gelassen hatte, wurde dem 17-Jährigen spät am Freitagabend eine seltene Audienz in den Privatgemächern des Gegners gewährt – für ein Pläuschchen mit seinem Kumpel, dem HSV-Juwel Otto Stange. Als der DFB-Neuling Mohya einige Minuten später wieder herausschlich, mit einem Tauschtrikot und einem frischen Franzbrötchen beschenkt, da durften die Hamburger Profis schließlich in vertrauter Runde einen ganz wichtigen Sieg feiern.

"Wir haben einfach alles reingeworfen", freute sich Trainer Merlin Polzin nach dem erlösenden 3:1 (1:1) im Kellerduell, dem eher Polzins Defensivspieler ihren Stempel aufgedrückt hatten als der hochtalentierte Offensivkünstler Mohya. Der dritte Heimsieg in Folge sorgte in Hamburg für ein wenig Entspannung vor der Länderspielpause.

Zuletzt hatte man sich ja ein wenig sorgen müssen um die Bundesliga-Tauglichkeit des HSV. Drei Pflichtspielniederlagen in Folge setzte es, und auch spielerisch lief dabei kaum etwas zusammen. "Wenn du eine Woche lang nur verlierst, viel abbekommst an Kritik - teilweise auch zu Recht - dann ist das nicht selbstverständlich", sagt Polzin mit Blick auf die zurückliegende "englische Woche" und drückte seinen "Respekt" für die Mannschaft aus.

Dass der HSV, der die Nacht auf Samstag sogar in der oberen Tabellenhälfte verbrachte, in dieser Saison nun gänzlich sorgenlos durch die Saison spazieren wird, das ließ sich in diesen Erfolg gegen das Schlusslicht aber nicht interpretieren. "Wir waren noch nicht so sattelfest, was die Kontrolle angeht", befand auch Polzin, dessen Team dem Gegner durch individuelle Fehler immer wieder etwas anbot.

Zum Match-Center: Hamburger SV vs. Borussia Mönchengladbach

Für den vierten Saisonsieg reichte es trotzdem, auch weil Miro Muheim schon wieder ein Traumtor aus der Distanz gelungen war. Und weil auch der 19 Jahre alte Verteidiger Shafiq Nandja erstmals traf.

Itakura und Gladbach "maximal unglücklich"

Nach der Pause geht es für die Hamburger spektakulär weiter - in zwei Wochen steht das Nordderby beim wiedererstarkten SV Werder Bremen an. "Das wird maximal geil von der Stimmung her", sagte Yussuf Poulsen. In Bremen will der HSV auch in einem schwierigen Auswärtsspiel bestehen.

Beim Gegner, der nach einem unnötigen Foul von Ko Itakura lange in Unterzahl hatte agieren müssen, regierte hingegen der Frust. "Maximal unglücklich" sei der Spielverlauf gewesen, ärgerte sich Trainer Alexander Blessin. Auch Mohya konnte trotz der nächsten ordentlichen Leistung die Niederlage nicht verhindern.

Für den Youngster beginnt trotz aller Abstiegssorgen bald eine ganz besondere Zeit. Eine Zeit, in der er schon wieder eine neue Kabine kennenlernen wird. Schließlich ist Mohya von Bundestrainer Jürgen Klopp in den deutschen Kader für die kommenden Nations-League-Spiele gegen Serbien und die Niederlande nominiert worden. Er könnte sich dabei mit einem Einsatz zum drittjüngsten Länderspiel-Debütanten in der DFB-Geschichte aufschwingen.

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