Rapid bekommt Fan-Probleme nicht in den Griff: Alle Skandale der letzten 3 Jahre

Rapid bekommt Fan-Probleme nicht in den Griff: Alle Skandale der letzten 3 Jahre
Rapid bekommt Fan-Probleme nicht in den Griff: Alle Skandale der letzten 3 JahreČTK / imago sportfotodienst / IMAGO

Der SK Rapid ist der größte Mitgliederverein in Österreichs Fußball. Jedes Jahr führt der Rekordmeister auch das Zuschauerranking an. Aber es ist seit vielen Jahren nicht alles Gold was glänzt. Regelmäßig sorgen kleine Gruppen der grün-weißen Fanszene für Gewalt in und rund um Österreichs Stadien. Flashscore fasst die Hütteldorfer Fan-Skandale der letzten drei Jahre zusammen.

Die Anzahl an problematischen Ereignissen stieg in den letzten zwei bis drei Jahren wieder deutlich an. Diese haben auch für den Verein drastische Folgen, denn in den letzten elf Jahren mussten die Hütteldorfer für Fehlverhalten der eigenen Fans satte 2,29 Millionen Euro an Strafen berappen. Allein in der Saison 2023/24 wurde Rapid zu Zahlungen in der Höhe von 349.465 Euro verdonnert. Bereits 2022/23 musste man mit 334.440 Euro tief in die Tasche greifen.

Alle Skandale seit 2022 im Überblick.

09. Mai 2022: Nach Ausschreitungen zwischen Fans nach dem Wiener Fußball-Derby zwischen Austria und Rapid erlitten vier Personen Verletzungen. Zu diesen Auseinandersetzungen soll es beim Verlassen des Stadions gekommen sein. Doch auch schon vor dem Spiel fielen die Rapid-Fans mit Pyrotechnik bei den öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Ein Rapid-„Fan“ soll zudem einen U-Bahn-Fahrer bespuckt und mit einer Dose beworfen haben. 

20. März 2023: Nach der 0:2-Niederlage von Rapid im Derby in der Generali-Arena stellte die Polizei mehr als 50 Anzeigen aus. Ein Großteil davon stand im Zusammenhang mit Pyrotechnik. Beim Verlassen des Stadions zündeten Rapid-Anhänger in Wien-Favoriten Bengalos im U-Bahn-Bereich – darunter auch direkt auf dem Bahnsteig vor einer voll besetzten U-Bahn mit offenen Türen. 

 

Rapid-Anhänger mit Pyrotechnik
Rapid-Anhänger mit PyrotechnikJosef Bollwein / APA-PictureDesk / APA-PictureDesk via AFP / Profimedia

 

22. September 2024: Beim 343. Wiener Derby kam es nach dem Schlusspfiff zu unschönen Szenen. Die Anhänger des violetten Stadtrivalen warfen im Allianz Stadion Böller auf die Familientribüne, die Reaktion der Rapidler ließ nicht lange auf sich warten. Beide Fangruppierungen stürmten auf das Spielfeld und lieferten sich eine wilde Schlägerei, wobei auch pyrotechnische Gegenstände als Wurfgeschosse zum Einsatz kamen. Bei diesen Ausschreitungen wurden 17 Besucher und 10 Polizisten verletzt. Die österreichische Bundesliga verhängte hohe Geldstrafen gegen beide Vereine, sowie eine Heimfansektorsperre für drei Spiele, bedingt auf zwei Jahre. Diese Sperre käme allerdings nur bei Top-Spielen gegen Rapid, Austria, Salzburg, Sturm oder LASK zu tragen. Die Verantwortlichen der beiden Wiener Klubs kamen außerdem gemeinsam zum Entschluss, die nächsten vier Derbys ohne Auswärtsfans auszutragen.

"Für uns hat die Sicherheit aller Stadionbesucherinnen und -besucher, sowie das Wohl des SK Rapid höchste Priorität. Daher haben wir uns als Präsidium dazu entschlossen, diesen Schritt zu setzen", ließ Rapid-Präsident Alexander Wrabetz in einer Aussendung verlautbaren. Es sei wichtig, nun die bestmöglichen Lösungen und Konzepte zu finden, damit auch die Wiener Derbys wieder echte Fußballfeste für alle Beteiligten sein können. "Gewalt darf keinen Platz haben und wird von uns auf das Schärfste verurteilt."

Austria-Vorstand Harald Zagiczek schlug in dieselbe Kerbe: "Die Sicherheit aller Fans, Mitarbeiter und Spieler hat höchste Priorität – in den vergangenen Derbys war diese nicht mehr gegeben. Das ist natürlich eine drastische Maßnahme, die uns schwergefallen ist. Wir treffen sie aber im Sinne der Sicherheit und der Familien, die weiterhin tolle Derbys erleben sollen."

Man wolle die Vorkommnisse nicht hinnehmen und werde mit den härtesten möglichen Sanktionen reagieren. "Böller oder ähnliche Feuerwerkskörper auf Personen zu werfen, ist völliger Irrsinn und wird sowohl von uns als Klub als auch von der aktiven Fanszene strikt verurteilt." 

 

 

09. März 2025: Der jüngste Skandal ereignete sich vergangenen Sonntag beim Auswärtsspiel in Hartberg. Noch vor Spielbeginn gerieten rund 50 Hütteldorfer Chaoten mit der Polizei aneinander. Die Rapid-Fans bewarfen die Polizisten mit pyrotechnischen Gegenständen, auch Türen, Klodeckel und andere robuste Gegenstände flogen in Richtung der Exekutive. Auslöser für den Unmut mancher Fans war das rigorose Verhalten der Polizei bei den Einlasskontrollen, bei denen es zu einer Festnahme kam.

Das Spiel konnte erst mit 45 Minuten Verspätung angepfiffen werden. Ein Umstand, der primär Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl zu verdanken ist. Annerl vermittelte zwischen den beiden Parteien und verhinderte die im Raum stehende Absage des Bundesliga-Spiels. Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann, der im Auswärtsblock versuchte, Schlimmeres zu verhindern, fand nach den Gewaltszenen nicht nur glücklich gewählte Worte: „Es macht keinen Sinn, darüber zu reden, wer was gemacht hat. Man hätte die Situation auch anders lösen können von beiden Seiten“, meinte der Deutsche und sorgte damit für Aufsehen.

 

 

Am folgenden Tag distanzierte sich Rapid in einer Aussendung dann doch von jeglicher Art von Gewalt. „Vorab wünschen wir jenen Personen, die im Rahmen der Vorfälle zu Schaden gekommen sind, rasche Besserung. Wir bedauern auch, dass der überwiegende Teil der im Gästesektor anwesenden Rapid-Fans, darunter viele Kinder, Jugendliche und Frauen, die sich absolut nichts zuschulden kommen gelassen haben, durch die Ereignisse negativ belastet wurden. Als SK Rapid verurteilen wir jegliche Form von Gewalt und distanzieren uns selbstverständlich davon. Fakt ist, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, wenn Gegenstände auf andere Menschen geworfen und Sachbeschädigungen getätigt werden. Gewalt ist nicht zu akzeptieren und als Klub werden wir jene Personen, die bei einem Fehlverhalten in diesem Zusammenhang identifiziert werden, mit jenen Mitteln, die uns als Verein möglich sind, sanktionieren. Wir werden bei der Aufklärung mit den zuständigen Behörden selbstverständlich kooperieren“, so die Hütteldorfer.

Das Strafausmaß fällt der Senat 1 der Österreichischen Fußball-Bundesliga in den kommenden Tagen, es drohen die nächsten empfindliche Strafen. Die bis dato bedingt ausgesprochene Sektorsperre für drei Spiele, ist wohl unumgänglich. Auch eine saftige Geldstrafe ist im Bereich des Möglichen.