Mit Sonnenbrille und entspanntem Auftreten wurde Nagelsmann pünktlich zum WM-Finale auf Mallorca gesichtet. Statt im Endspielstadion in New York dabei zu sein, genießt der 38-Jährige nach intensiven Monaten eine Pause.
Ob er bereits wieder Fußball verfolgt oder einfach abschaltet, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch: Nach seiner Zeit als Bundestrainer steht für Nagelsmann die nächste große Entscheidung seiner Karriere an.
Topklubs vergeben: Warten auf die nächste Chance
Lothar Matthäus geht davon aus, dass Nagelsmann vorerst nicht auf einer Trainerbank zurückkehren wird. "Ich gehe davon aus, dass Julian bis Weihnachten nirgendwo auf der Trainerbank sitzen wird", sagte der Weltmeister von 1990 bei Sky.
Seine Begründung: Nagelsmann suche vermutlich eine Aufgabe bei einem Topklub, doch dort seien aktuell die meisten Trainerposten vergeben. Bei Real Madrid, dem FC Liverpool und Manchester City wurden die wichtigen Positionen bereits besetzt.
Auch eine Rückkehr in den Vereinsfußball erscheint wahrscheinlicher als eine weitere Tätigkeit als Nationaltrainer. Die tägliche Arbeit mit einer Mannschaft entspricht eher Nagelsmanns Trainerprofil als die seltenen Zusammenkünfte einer Auswahlmannschaft. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hält weiterhin große Stücke auf den ehemaligen Bundestrainer. "Er ist immer noch ein absoluter Toptrainer", sagte Völler.
DFB-Zeit mit Licht und Schatten
Trotz der sportlich erfolgreichen Phase gab es während Nagelsmanns Zeit beim DFB auch Kritik. Völler sprach unter anderem über das "ominöse Foto" aus Winston-Salem mit Nagelsmanns Ehefrau Lena und bezeichnete die Situation als "nicht optimal".
Auch der Umgang mit einzelnen Personalentscheidungen sorgte für Diskussionen. Die Fälle Deniz Undav und Manuel Neuer gehörten zu den Themen, über die Nagelsmann nach Ansicht von Beobachtern noch einmal nachdenken könnte.
"Es gibt viele Dinge, über die Julian nachdenken kann", sagte Matthäus. Gleichzeitig sei eine längere Pause nach den vergangenen Monaten nachvollziehbar.
Klubfußball bleibt wohl Nagelsmanns Ziel
Nagelsmann selbst betont, dass Ziele im Leben wichtig seien. Ein Leben ohne Herausforderungen sei "nicht erstrebenswert". Trotz seines jungen Alters von 38 Jahren gehört er bereits zu den erfahrensten Trainern Europas.
In Deutschland hat er mit Hoffenheim, RB Leipzig und dem FC Bayern bereits mehrere Stationen erlebt. Als realistische Top-Adresse im eigenen Land bleibt möglicherweise Borussia Dortmund als eine der wenigen noch offenen Möglichkeiten.
Zunächst aber kann Nagelsmann die Aufmerksamkeit anderen überlassen. Während alle auf die Entscheidung von Jürgen Klopp warten, genießt der ehemalige Bundestrainer seine Auszeit.
