"Es tut mir leid für die Fans. Sie waren heute fantastisch. Ihre Reaktion ist absolut verständlich", erklärte der Tottenham-Trainer nach dem Spiel.
Auf den enttäuschenden Saisonstart angesprochen – insbesondere vor dem Hintergrund von Ausgaben über 300 Millionen Euro für zehn Neuzugänge – wiegelte De Zerbi jedoch ab: "Das ist keine Krise. Eine echte Krise hatten wir letzte Saison in Sunderland, als wir kurz vor dem Abstieg standen. Was wir jetzt erleben, ist eine typische Phase des Umbruchs beim Neuaufbau einer Mannschaft."
Er fügte hinzu: "In den ersten 30 Minuten haben wir sehr gut gespielt. Danach fehlte uns die Körner, weil unsere Physis noch nicht optimal ist. Daran arbeiten wir."
Zum Match-Center: Tottenham Hotspur vs. FC Everton
Nach zwei Unentschieden und zwei Niederlagen steht Tottenham derzeit nur knapp über den Abstiegsrängen. Den einzigen Sieg – und die bislang einzigen Tore der Saison – feierte das Team im Ligapokal gegen den Zweitligisten Charlton.
De Zerbi will auch an der Psyche arbeiten
Besonders die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive bereitet Sorgen. De Zerbi räumte ein, dass es seiner Mannschaft im Everton-Strafraum an der nötigen Kaltschnäuzigkeit mangelte: "Gemessen an der Qualität unseres Spiels haben wir viel zu selten den Abschluss gesucht. Wir waren 74-mal im gegnerischen Strafraum, haben aber viel zu wenig daraus gemacht."
Weiter analysierte er: "Wir müssen hart arbeiten und vor allem die Qualität unserer Entscheidungen hinterfragen – da waren einfach zu viele falsche Entscheidungen dabei. Ich bin weder Zweckoptimist noch Pessimist, sondern Realist. Ich muss analysieren, wo wir mit klügeren Aktionen zum Abschluss und zum Torerfolg hätten kommen können."
Nachdem Tottenham in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils nur auf Platz 17 landete und den Abstieg im Vorjahr erst am letzten Spieltag abwendete, sollte die Sommer-Einkaufstour eigentlich die Wende bringen. Doch De Zerbi gab zu, dass seinem Team im Spielverlauf das Selbstvertrauen abhandenkam – verstärkt durch die angespannte Stimmung im Stadion.
"Ich habe gesehen, dass meine Spieler in der zweiten Halbzeit verunsichert agiert haben, und das gefällt mir nicht. Sie müssen verstehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", betonte er. "Es sind Menschen mit Gefühlen. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu helfen und den Fokus auf die Dinge zu lenken, die wir verbessern müssen. Wenn wir 90 Minuten so spielen wie in den ersten 30, werden wir viele Spiele gewinnen."
