Die entscheidende Wahl wird am 18. März in Marokko stattfinden, einem der Co-Gastgeber der WM 2030. Infantino betonte, er fühle sich "geehrt und demütig", erneut die Chance zu erhalten, für das höchste Amt im Weltfußball zu kandidieren. Der Italo-Schweizer übernahm den Posten 2016 als Nachfolger von Sepp Blatter und wurde sowohl 2019 als auch 2023 ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt.
Unter Infantinos Führung lag der Fokus massiv auf der Erweiterung der FIFA-Wettbewerbe. So wird die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika erstmals mit 48 Teams ausgetragen; zudem wurde das Teilnehmerfeld der Frauen-WM bereits 2023 auf 32 Mannschaften aufgestockt.
Doch seine Präsidentschaft ist nicht frei von Kontroversen: Kritiker bemängeln insbesondere die hohen Ticketpreise für die Weltmeisterschaften sowie die umstrittene Entscheidung, den ersten FIFA-Friedenspreis im Rahmen der WM-Auslosung im Dezember an US-Präsident Donald Trump zu verleihen.
Trotz dieser Kritik kann sich Infantino auf breite Rückendeckung verlassen. Die südamerikanische (CONMEBOL), die afrikanische (CAF) sowie die asiatische (AFC) Konföderation haben Infantino ihre Unterstützung zugesagt.
Neuendorf lässt DFB-Entscheidung offen
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seine Position zur Ankündigung des FIFA-Chefs zunächst offengelassen. Verbandspräsident Bernd Neuendorf verwies nach dem Kongress des Weltverbandes in Vancouver auf anstehende Gespräche innerhalb des DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL).
Infantinos Vorstoß komme zwar "nicht überraschend", sagte Neuendorf: Die Bewertung sei aber "nicht meine alleinige Entscheidung, sondern obliegt unseren Gremien. Daher werden wir uns innerhalb des DFB und gemeinsam mit der DFL mit der Kandidatur beschäftigen und nach dem Ende der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen."
Bei Infantinos Bestätigung im Amt per Akklamation im Jahr 2023 hatte der DFB dem Schweizer die Unterstützung versagt. Neuendorf, der Mitglied im FIFA-Council ist, teilte im Vorjahr allerdings mit, dass sich das Verhältnis zu Infantino "entspannt" habe. In Katar hatte der DFB 2022 im Streit um die "One Love"-Kapitänsbinden kein gutes Bild abgegeben. Für die Zukunft erwägt der DFB dazu eine Bewerbung für die Austragung der Fußball-WM.
Durch eine Statutenänderung, die das Council des Weltverbandes um Neuendorf vor vier Jahren beschloss, kann Infantino bis 2031 im Amt bleiben. Seine erste Amtszeit (2016 bis 2019) wertete das Gremium nicht als vollständig. Nach heutigem Stand wäre eine Wiederwahl Infantinos im nächsten Jahr aufgrund der Amtszeitbegrenzung seine letzte.
