Suriname hatte die direkte Qualifikation für die nächste FIFA-Weltmeisterschaft nach einer 1:3-Niederlage gegen Guatemala im letzten CONCACAF-Qualifikationsspiel knapp verpasst. Kurz darauf trat Trainer Stanley Menzo aus persönlichen Gründen zurück. Es übernahm Ten Cate – einst Coach von Ajax – der nun das Heimatland seiner Eltern betreut.
"Meine Mutter ist dort (in Suriname) geboren, und ich habe dort viele Verwandte. Als Kind bin ich in einer typisch surinamischen Familie in Amsterdam aufgewachsen, mit all den dazugehörigen Werten und Normen“, sagte Ten Cate dem Algemeen Dagblad.
Nach dem Rücktritt Menzos habe er zunächst das Gespräch mit seinem Vorgänger gesucht, ehe er zusagte. Entscheidender Faktor sei gewesen, ein schlagkräftiges Trainerteam aufstellen zu können. Mit Jimmy Floyd Hasselbaink und Winston Bogarde gehören prominente Assistenten zum Stab.
Vorteil Mexiko-Stadt
Im März trifft Suriname in Mexiko-Stadt auf Bolivien. Dass die Partie auf neutralem Boden stattfindet und nicht im hoch gelegenen La Paz, wertet Ten Cate als Vorteil. "Wir müssen nicht in der extremen Höhe spielen", sagt er. Dennoch bleiben die Bedingungen schwierig: Viele Spieler reisen erst kurzfristig von ihren Vereinen an, es bleiben nur zwei volle Trainingstage zur Vorbereitung.
Alles zu den interkontinentalen Play-offs
Ten Cate verweist zudem auf die Erfahrungen aus dem Spiel in Guatemala, wo schlechte Platzverhältnisse und die Höhe zur Belastung wurden. Solche Umstände sollen diesmal keine Rolle spielen. Bolivien sei zwar zu Hause stark – selbst Brasilien habe dort schon verloren –, auswärts jedoch deutlich anfälliger. Darauf setzt Suriname nun seine Hoffnung.

Hoffnungen mit niederländischer Unterstützung?
Wie der deutsche Gruppengegner Curaçao profitiert auch Suriname von engen Verbindungen zum niederländischen Fußball. Zahlreiche Spieler stammen aus den Niederlanden oder besitzen doppelte Staatsbürgerschaft. Aktuell hofft der Verband auf grünes Licht im Fall von Danilho Doekhi von Union Berlin, der früher für niederländische Jugendteams spielte. Auch Javairo Dilrosun würde gern für Suriname auflaufen.

Darüber hinaus träumt Ten Cate von einer Zusage von West-Ham-Profi Crysencio Summerville, der bislang noch kein A-Länderspiel für die Niederlande bestritten hat. "Viele junge Spieler wägen genau ab", sagt Ten Cate – nicht zuletzt wegen der sportlichen und finanziellen Perspektiven.
Zum Match-Center: Bolivien vs. Suriname
Am 26. März trifft Suriname im Play-off auf Bolivien. Bei einem Sieg würde im entscheidenden Duell Irak warten – und damit die vielleicht größte Chance der Verbandsgeschichte auf die erstmalige Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.
