Maradona, Pelé – und jetzt 2026: Das legendäre Aztekenstadion lebt weiter

Das Aztekenstadion ist bereit für das WM-Eröffnungsspiel 2026.
Das Aztekenstadion ist bereit für das WM-Eröffnungsspiel 2026.REUTERS/Henry Romero

Rudi Völler kennt sie alle, die wunderbaren Fußball-Tempel dieser Erde. Er wurde in seinem geliebten Römer "Olimpico" Weltmeister, er stürmte für Deutschland im Mythos Maracanã, er blickte über den Stahlbogen von Wembley. Und dennoch bleibt eine "Schüssel" für ihn auf ewig unerreicht: Jene, in der er 1986 ein WM-Finale verlor. "Das Aztekenstadion", sagt Völler, "ist für mich mit Abstand das schönste Stadion der Welt."

Pelé reckte hier den WM-Pokal in die Höhe, Diego Maradona traf legendär mit der "Hand Gottes", Deutschland und Italien lieferten sich ein Jahrhundertspiel. Nur wenige Orte auf der Welt sind mit so viel Fußball-Historie beschenkt worden, und am Donnerstag kommt ein weiteres Kapitel hinzu. Als erste Arena der Welt wird das Estadio Azteca zum dritten Mal Austragungsort einer Männer-WM sein.

Zum Match-Center: Mexiko vs. Südafrika

83.000 Fans werden die Begegnung zwischen Co-Gastgeber Mexiko und Südafrika (21.00 Uhr/ZDF, MagentaTV und Flashscore-Audioreportage) auf den modernisierten Tribünen verfolgen, einst fanden hier sogar 115.000 Zuschauer Platz.

Schon Pélé zauberte im Aztekenstadion

"Dieses Stadion ist die Kathedrale meines Lebens", sagte einmal Argentiniens Fußball-Ikone Maradona. Im WM-Viertelfinale 1986 gegen England (2:1) hatte er dort das Kunststück geschafft, innerhalb von fünf Minuten zwei der denkwürdigsten Tore der Fußball-Geschichte zu erzielen - erst per Hand, dann nach einem Solo für die Ewigkeit.

Schon bei der WM 1970 hatte das weite Rund Dramen erlebt. An das berühmte Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien (3:4 n.V.) erinnert heute eine Gedenktafel, vier Tage später holte Pelé mit Brasilien seinen dritten WM-Titel. Der Coupe Jules Rimet ging an jenem Tag in den Besitz der Südamerikaner über.

Erbaut wurde das 1966 eröffnete Stadion in einer Höhe von 2200 Metern auf den Basaltablagerungen des vor 2000 Jahren erloschenen Vulkans Xitle. Der harte Untergrund verhinderte beim verheerenden Erdbeben von 1985 schwere Schäden. Auch das ikonische "fliegende Dach", eine scheinbar über den Rängen schwebende Konstruktion ohne sichtbehindernde Pfeiler, blieb unbeschadet.

Zur WM 2026 wurde das Aztekenstadion modernisiert, ohne ihm den Charakter zu nehmen. "Durch unsere Renovierung bleibt die äußere und innere Struktur erhalten - und das Stadion behält seine Identität", sagte Javier Ramirez Campuzano, der als Sohn des ursprünglichen Architekten für den Umbau des von 66 gewaltigen Stahlbetonsäulen getragenen Stadions verantwortlich war. Die Bühne für neue Heldentaten ist also bereitet.