Zum Hauptinhalt springen

Golf: Koivun hält Scheffler auf Distanz und feiert Triumph bei den PGA 3M Open

Jackson Koivun mit der Trophäe nach dem Gewinn der PGA 3M Open
Jackson Koivun mit der Trophäe nach dem Gewinn der PGA 3M OpenSteven Garcia / Zuma Press / Profimedia

In erst seinem dritten Turnier als Profi hat Jackson Koivun bei den 3M Open mächtig aufgetrumpft. Mit einer beeindruckenden Schlussrunde setzte sich der 21-jährige US-Amerikaner am Sonntag gegen den Weltranglistenersten Scottie Scheffler durch. In Minnesota spielte Koivun am Finaltag eine bärenstarke 66er-Runde (5 unter Par). Mit insgesamt 25 unter Par (259 Schläge) stellte er einen neuen Turnierrekord über 72 Löcher auf und behauptete am Ende einen Vorsprung von drei Schlägen auf Scheffler.

"Ich habe eine großartige Runde gespielt", sagte ein glücklicher Koivun nach dem Sieg. "Auf den letzten Metern war ich extrem nervös. Aus dem Publikum hörte ich immer wieder den Ruf: ‚Scottie kommt, Scottie kommt!‘ Ich habe versucht, das auszublenden und mich voll auf mein eigenes Spiel zu konzentrieren. Am Ende habe ich genau die wichtigen Putts gelocht, die ich brauchte."

Den bisherigen Rekord bei den 3M Open hielt Lee Hodges, der 2023 mit 24 unter Par (260 Schläge) gewonnen hatte. Koivun, die ehemalige Nummer eins der Amateurweltrangliste, präsentierte sich die gesamte Woche über bemerkenswert abgeklärt. Auf den Grüns leistete er sich das gesamte Turnier über keinen einzigen Fehlschuss aus unter 1,5 Metern (fünf Fuß). Bereits am Samstag hatte er den Grundstein gelegt: Mit einer überragenden 61er-Runde verschaffte er sich drei Schläge Vorsprung vor dem Finaltag – und brachte das Ergebnis nur 24 Tage nach seinem Wechsel ins Profilager souverän ins Ziel.

Schefflers Aufholjagd reicht nicht

Einen Teil seines mentalen Erfolgsrezepts trägt Koivun direkt bei sich: Auf seinem Handschuh stehen die Begriffe Selbstvertrauen, Vertrauen und Dominanz. "Das Wort ‚Dominanz‘ habe ich mir während meiner College-Zeit aufgeschrieben, weil ich wissen wollte, wie gut ich wirklich spielen kann", erklärte Koivun. "Es hat mir damals mental enorm geholfen, also bin ich einfach dabei geblieben."

Scheffler, vierfacher Major-Champion, verlangte dem Aufsteiger am Sonntag dennoch alles ab. Mit einer fehlerfreien 63er-Runde stürmte der Weltranglistenerste auf den zweiten Platz (262 Schläge total). Dahinter teilten sich Brian Harman (Open-Champion 2023), Denny McCarthy, Chandler Phillips und der Japaner Hideki Matsuyama (Masters-Sieger 2021) mit jeweils 264 Schlägen den dritten Rang.

Obwohl Scheffler auf den ersten zwölf Löchern mit sechs Birdies brillierte, reichte die Aufholjagd für den 30-Jährigen nicht ganz aus. Er war mit sechs Schlägen Rückstand in die Finalrunde gestartet. "Es war nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte", so Scheffler rückblickend. "Ich habe heute alles gegeben, gut gekämpft und stark gespielt. Am Ende war es extrem knapp."

Für Scheffler, der im Januar in der kalifornischen Wüste triumphieren konnte, war es bereits der fünfte zweite Platz im laufenden Jahr (darunter beim Masters) bei insgesamt elf Top-4-Platzierungen.

So verlief der Showdown am Finaltag

Koivun legte direkt am ersten Loch mit einem millimetergenauen Annäherungsschlag vor und versenkte zum Birdie. Scheffler zog nach und schob sich mit drei Birdies auf den ersten acht Löchern an die Verfolgergruppe heran. Koivun konterte jedoch mit Birdies an der 4 (aus ca. 3,3 Metern) und an der 6 (aus kurzer Distanz), um seinen Vorsprung auf zwischenzeitlich fünf Schläge auszubauen.

Auf der Back Nine drehte Scheffler auf: Mit drei Birdies in Serie an der 10, 11 und 12 verkürzte der 30-Jährige auf insgesamt 20 unter Par und rückte bis auf drei Schläge an Koivun heran.

Koivun blieb unbeeindruckt. Nachdem er bereits an der 9 einen kniffligen Par-Putt aus 4,5 Metern gelocht hatte, hielt er auch auf den letzten Löchern dem Druck stand. Zwar kam Scheffler nach einem Birdie an der 18 im Clubhaus noch einmal bis auf zwei Schläge heran, doch Koivun hatte die passende Antwort parat: An der Par-4 der 16 erreichte er das Grün bereits mit dem Abschlag, lochte souverän zum Birdie aus 1,5 Metern und stellte den Drei-Schläge-Vorsprung wieder her. Nach einem sicheren Par an der 17 machte er mit einem letzten Par-Putt aus rund 4 Metern an der 18 seinen ersten PGA-Triumph perfekt.