"Handball-Fest" gegen Dänemark: Nationaltrainer Gislason heiß auf Giganten-Duell

Gislason ist heiß auf das Giganten-Duell gegen Dänemark.
Gislason ist heiß auf das Giganten-Duell gegen Dänemark.Foto von BO AMSTRUP / RITZAU SCANPIX / RITZAU SCANPIX VIA AFP

Die Duelle gegen Dänemark versprechen auf vielen Ebenen einen Vorgeschmack auf die Heim-WM. Bundestrainer Alfred Gislason freut sich auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr".

Klassiker, Giganten-Duell, Handball-Gipfel: Vor dem "maximalen Gradmesser" gegen die Dominatoren aus Dänemark kribbelt es bei Alfred Gislason. Was nach zwei gewöhnlichen Testspielen aussieht, ist für den Bundestrainer und seine Handballer in Wirklichkeit viel mehr. "Die schweren Spiele bringen uns am meisten nach vorne", sagt Gislason: "Dann lernen wir besser oder schneller, was wir dringend verbessern müssen."

Acht Monate vor der Heim-WM kommen die Vergleiche gegen den Olympiasieger, Welt- und Europameister gerade recht. Nach Jahren des Heranrobbens will das hochveranlagte deutsche Team schließlich schnellstmöglich zum Überholmanöver ansetzen. "Wir brauchen eine absolute Topleistung", sagt Spielmacher Juri Knorr, der natürlich hofft, dass Deutschland die Dänen in Zukunft "irgendwann vom Thron wieder runterstoßen" kann.

Doppeltest gegen Gradmesser

Der nördliche Nachbar sei momentan "der schwerstmögliche Gegner", betont Gislason vor den Kräftemessen am Freitag (19.30 Uhr) in Kopenhagen und am Sonntag in Köln (15.30 Uhr/beide ProSieben, Joyn und Dyn). Man müsse beim ersten Wiedersehen mit dem dänischen Starensemble um Welthandballer Mathias Gidsel nach dem verlorenen EM-Endspiel (27:34) "wirklich sehr, sehr gut spielen, um da zu bestehen".

Für die DHB-Auswahl geht es in den kommenden Tagen auch darum, die Negativserie gegen das "Nonplusultra"-Team (Knorr) der vergangenen Jahre zu durchbrechen. Der bislang letzte deutsche Sieg liegt mehr als zehn Jahre zurück, danach setzte es auch in den ganz großen Begegnungen wie dem Olympia-Finale 2024 (26:39) teilweise deutliche Niederlagen.

Juri Knorr im Gespräch mit Gislason
Juri Knorr im Gespräch mit GislasonFoto von SOREN STACHE / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Erster Herausforderer Dänemarks

Gislason, über dessen 2027 auslaufenden Vertrag kurzfristig entschieden werden dürfte, wähnt sein Team nach der Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit inzwischen in der Position des ersten Herausforderers. "Ich denke, wir haben uns mit einer sehr jungen, sehr talentierten Mannschaft näher und näher an die Dänen herangearbeitet", sagt er: "Ich glaube, wenn man die letzten fünf Jahre nimmt, dann ist der deutsche Handball auf Platz zwei hinter Dänemark, was diese Kontinuität angeht." Und so ist es kein Wunder, dass nicht nur er sich nun auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr" freut.

Für die deutsche Mannschaft geht es in dieser Woche aber nicht bloß um die sportliche Revanche für die EM oder das Olympiafinale. Teammanager Benjamin Chatton sieht in der Lehrgangswoche in Köln auch "schon einen kleinen Probelauf bei den Rahmenbedingungen" für die WM im eigenen Land.

Im Januar steigen sowohl die Hauptrunde als auch die K.o.-Phase in der Domstadt, die DHB-Auswahl prüfe deshalb bereits das "Setup, die Trainingshalle, das Hotel. Abläufe können sich einspielen", sagt Chatton. Einspielen, um Anfang 2027 maximal abliefern zu können.