Die Favoritenrolle liege zwar "klar" bei Deutschland, betonte er, aber er sieht auch Schwächen, an denen Paraguay ansetzen kann. "Man muss das Spiel körperlich intensiv gestalten und Deutschland dazu zwingen, viel zu arbeiten", sagte Santa Cruz. Ein "intensives Hin und Her" wäre ideal, denn die deutsche Mannschaft sei "am ehesten in Umschaltsituationen verwundbar. (...) Probleme bekamen sie meist nach schnellen Gegenangriffen, die mit viel Tempo und Präzision ausgespielt wurden."
Zum Match-Center: Deutschland vs. Paraguay
Je länger es 0:0 stehe, desto höher werde zudem der Druck auf Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Team. "Dann richtet sich die gesamte Erwartungshaltung auf Deutschland, während Paraguay deutlich weniger zu verlieren hat."
Paraguay hofft auf die Vergangenheit
Als Blaupause sieht Santa Cruz das WM-Duell von 2002 (0:1 im Achtelfinale) mit dem deutschen Siegtor erst kurz vor Schluss: "Dieses Spiel gibt vielen Menschen in Paraguay noch immer Hoffnung. Dass unsere Spiele gegen Deutschland fast immer sehr ausgeglichen waren, ist bei vielen präsent. Das gilt auch für ein Freundschaftsspiel 2013, das 3:3 endete."
Allerdings habe Paraguay bei der WM noch nicht das Niveau aus der Südamerika-Qualifikation erreicht. "Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt – denn Deutschland verlangt einem alles ab." Vielen Fans in Paraguay sei das Offensivspiel "zu vorsichtig", sagte Santa Cruz. "Und ich hoffe auf hohe Temperaturen. Das käme uns entgegen."
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko.
WM Spielplan | Gruppentabellen | Deutschland bei der WM | Alle Kader der WM | Wo du die WM LIVE schauen kannst | Alle Trikots der WM 2026 | Aktuelle News zum Turnier

Paragua schwört sich ein
Dazu passt, dass der heutige Anführer Gustavo Gomez die Nation mit einer emotionalen Ansage auf den Showdown einschwört. Seine Mannschaft kämpfe "mit ganzer Seele, um den Namen unseres Landes ganz nach oben zu bringen", schrieb der Kapitän bei Instagram: "Wir sind zurückgekehrt, um uns zu beweisen, und wir werden kämpfen bis zum Schluss." Denn wenn ein Paraguayer an etwas glaube, dann "ist nichts unmöglich".
Die Temperatur stieg vor dem Sechzehntelfinale auch in der Heimat spürbar. "Der Traum geht weiter. Jetzt beginnt das Turnier so richtig", schrieb die Asunción Times. Der Rumpelfußball der Gruppenphase, die Kritik an Trainer Gustavo Alfaro? Abgehakt.
Alfaro in der Kritik
Ecuador hat schließlich vorgemacht, dass auch kleine Nationen das große Deutschland schlagen können. Das sieht auch Alfaro so. "Natürlich wird es schwer, einen der Top-Favoriten auszuschalten. Aber es ist nicht unmöglich", hatte der 63-Jährige schon nach dem 0:0 gegen Australien gesagt.
Die Nullnummer hatte durchaus für Kritik gesorgt, die Pressekonferenz nach dem Spiel sei "zeitweise angespannt" verlaufen, schrieb die Zeitung Ultima Hora. Schon das 1:4 gegen die USA und das schmeichelhafte 1:0 gegen die Türkei hatten nicht gerade Begeisterung ausgelöst. Alfaro sah sich zu einer Verteidigungsrede veranlasst.
Keine Qualität im Kader?
"Wisst ihr, wie schwer es war, sich für die WM zu qualifizieren? Wir stehen auf Platz 42 der Weltrangliste!", sagte er. Seine Spieler seien international kaum bekannt: "Warum können sich unsere Spieler nicht durchsetzen? Ich spreche nicht einmal von Europa. Wir können uns auch in Brasilien oder Argentinien nicht durchsetzen."
Tatsächlich spielen nur der am Montag in Foxborough gelbgesperrt fehlende Diego Gómez (Brighton), der angeschlagene Innenverteidiger Omar Alderete (Sunderland) sowie die Angreifer Antonio Sanabria (Cremonese) und Julio Enciso (Straßburg) in Europa.

