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"Wo soll ich anfangen?": Gladbach versinkt immer tiefer in der Krise

Aktualisiert
Die Gladbacher Mannschaft musste erneut mit leeren Händen vor die Fans treten
Die Gladbacher Mannschaft musste erneut mit leeren Händen vor die Fans tretenČTK / imago sportfotodienst / Norbert Jansen / fohlenfoto

Alexander Blessin seufzte laut. "Wo soll ich anfangen?", fragte der Trainer von Borussia Mönchengladbach, die Ernüchterung in seiner Stimme war unüberhörbar. Nach dem 1:2 (0:1) gegen die TSG Hoffenheim und dem historischen Bundesliga-Fehlstart liegt der Traditionsklub endgültig am Boden, auch unter Blessin bleibt der erhoffte Umschwung aus. Schon früh in der Saison droht der komplette Kollaps.

Mit der sechsten Niederlage im sechsten Spiel steht das Schlusslicht weiter ohne Punkte da. Einen so katastrophalen Einstieg in eine Spielzeit hatten zuvor nur Fortuna Düsseldorf (1991/92), der FSV Mainz 05 (2020/21) und der VfL Bochum (2022/23) hingelegt. Doch während zwei dieser drei Klubs am Ende die Klasse noch hielten, deutet derzeit bei der Borussia wenig bis gar nichts auf eine Rettung hin.

Zum Match-Center: Borussia Mönchengladbach vs. TSG Hoffenheim

"Wir haben teilweise Angsthasen-Fußball gespielt. So bekommen wir die Fans nicht wieder hinter uns", monierte Blessin bei DAZN, bevor er anschließend auf der Pressekonferenz die Fehler seines Teams schonungslos analysierte. Da sei zum einen die "Inaktivität" bei den zwei Gegentoren durch Neu-Nationalspieler Bambasé Conté (11.) und Alexander Prass (54.) gewesen. Oder "dieses ständige Nach-hinten-Gespiele" in den 15 Minuten vor der Halbzeit, "nicht den Arsch in der Hose zu haben, dann auch mal nach vorne zu spielen, mutig zu sein". Das ärgere ihn "wahnsinnig".

"Es ist einfach brutal frustrierend"

Wie der Trainer war auch seine erschreckend schwache Mannschaft, für die Teenager Wael Mohya mit seinem tollen Schlenzer das einzige Highlight besorgt hatte (49.), restlos bedient. "Es ist einfach brutal frustrierend", sagte Torwart Moritz Nicolas. Aktuell sei "jedes Wort zu viel. Wir müssen einfach zwingend schauen, dass wir Punkte holen. Und das sehr schnell." Doch wie soll die personell so dezimierte und spielerisch so schwache Borussia das schaffen?

Bei den eigenen Anhängern schwindet die Hoffnung auf Besserung rasend schnell. "Momentan scheint das Szenario, dass wir bereits irgendwann im Winter die Lichter ausknipsen können, mehr als realistisch", schrieb der Fan-Dachverband am Montag und forderte Präsident Rainer Bonhof erneut zum Rücktritt auf. Man werde "nicht tatenlos zusehen, wie unser Verein vor die Wand gefahren wird".

Bei aller Kritik "und allem, was wir haben, werden wir den Laden morgen nicht zusperren", sagte Sportchef Rouven Schröder. Vielmehr müsse man "in die Köpfe rein und Selbstvertrauen einflößen, anders wird es nicht funktionieren". Und auch Blessin wollte nach seiner verpatzten Heimpremiere nicht die weiße Fahne schwenken. "In der Summe stehen wir wieder mit null Punkten da", sagte der Nachfolger von Eugen Polanski: "Das ist ärgerlich. Das ist aber auch das, was ich den Jungs im Kreis gesagt habe: Die Schwachen bleiben liegen, die Starken werden aufstehen."

Blessin fordert eine Reaktion der Mannschaft

Darum gehe "es jetzt wieder. Nach Niederlagen aufzustehen, auch wenn wenige daran glauben. Ich glaube daran", sagte Blessin: "Da gilt es aber trotzdem, in der täglichen Arbeit in den nächsten Wochen eine Schippe draufzulegen."

Schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) geht es für Gladbach beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart weiter. Sieben Niederlagen zum Auftakt kassierte bislang keine Mannschaft. "Wir haben eine kurze Woche. In Stuttgart rechnet keiner mit uns, dass wir da was holen", sagte Schröder. Doch wie Blessin gibt auch der Sportchef noch nicht auf: "Am Ende des Tages wirst du nur geschlossen da rauskommen."

 

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