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Mit Eistonne im Schlepptau? Mertesacker will beim DFB "etwas aufbauen"

Mertesacker wird der neue "Boss" von Bundestrainer Klopp
Mertesacker wird der neue "Boss" von Bundestrainer KloppFoto von ALEXANDER HASSENSTEIN / GETTY IMAGES EUROPE / GETTY IMAGES VIA AFP

Per Mertesacker verabschiedet sich launig vom ZDF und will in neuer DFB-Rolle etwas "anschieben".

Per Mertesacker lachte sich scheckig, als sein "Lieblingsinterviewer" Boris Büchler ausgerechnet mit einer Eistonne in der Hand an den Spielfeldrand kam. Die Erinnerung an das legendäre WM-Gespräch versüßte dem künftigen Geschäftsführer Sport des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seinen Abschied vom ZDF, nach kurzem Zögern stieg er sogar hinein in das kleine, leere "Entmüdungsbecken", das ihm auch im neuen Job helfen soll.

"Das passt zwischen" Klopp & Mertesacker

"Wenn es mal hitzig wird", witzelte Mertesacker über seine Zukunft als "Boss" von Jürgen Klopp, "dann kann ich ganz tief rein." Wer den künftigen DFB-Strategen und den Bundestrainer am Rande des Nations-League-Spiels in München gegen Serbien (2:0) beim Schäkern zusah, dürfte allerdings keinen Bedarf für eine baldige Abkühlung erkannt haben. "Ich habe ihn schon mit 'Chef' begrüßt", scherzte Klopp und lachte.

Wie dieser Chef so tickt? Er sei "nett, immer offen und ehrlich, authentisch. Ich glaube, das passt zwischen uns", sagte der frühere Nationalverteidiger über sich selbst. "Da habe ich gar keine Sorge", entgegnete Klopp.

Nach sechs Jahren als TV-Experte und fast acht als Chef der Akademie des englischen Meisters FC Arsenal wechselt "Merte" zum Verband. Er sprach von einem "Perspektivwechsel" und bekannte: "Ich habe richtig Lust, für den deutschen Fußball was zu erreichen und mit anzuschieben. Das ist jetzt meine neue Motivation."

Der Weltmeister von 2014 berichtete, er sei derzeit "noch nicht so sehr" involviert. Dies sei angesichts der medialen Wucht von Klopp auch nicht nötig. "Ich wollte erst mal ein bisschen Pause machen, Freunde und Familie hatten Priorität", sagte Mertesacker. Am Montag aber werde er "mal in Frankfurt vorbeischauen, ich habe so drei bis vier Tage bis Januar, um mal reinzuschnuppern".

"Wieder etwas mit aufzubauen"

Richtig los geht es dann zum Jahresstart. "Die Aufgabe ist sehr groß. Ich habe Respekt", gab er zu, aber auch sein Wille, "wieder etwas mit aufzubauen", war spürbar. Der 42-Jährige hat als Nachfolger von Andreas Rettig einen Vertrag bis 2030 unterschrieben; eine seiner Aufgaben wird die Verzahnung des Nachwuchses, den Hannes Wolf verantwortet, mit der Nationalmannschaft.

Rettig sprach von einer "großartigen Nachfolgeregelung" und kündigte an: "Er wird top vorbereitet werden von unserem Haus." Mertesackers Expertenkollege und Freund Christoph Kramer lobte: "Das ist für Per ja kein Kaltstart. Es ist beeindruckend, was er bei Arsenal gemacht hat."

Das ist auch anderen aufgefallen. Bayern-Patron Uli Hoeneß ist "sehr, sehr glücklich" über die Wahl: "Ich verspreche mir da einen ganz neuen Wind." Hoeneß fragte rhetorisch: "Wenn der es nicht kann, wer sonst?!"

Der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bekannte gar, er "warte sehnsüchtig auf Per Mertesacker. Er muss die führende Rolle für die Zukunft des deutschen Fußballs übernehmen." Er hoffe, fügte Verbandskenner Sammer bestimmt an, dass Mertesacker nicht "am System verzweifelt". Er müsse sich "brutal durchsetzen".

Falls das mal nicht klappt, heißt es: Ab in die Eistonne!

Zum Match-Center: Deutschland vs. Serbien

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