Im Rahmen der hierzu durchgeführten Razzien in vier Provinzen seien Schiri-Boss Ferhat Gündogdu sowie sechs weitere Verdächtige festgenommen worden. "Es wurden gerichtliche Durchsuchungen in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsstätten und in ihren Büros durchgeführt", erklärte der Justizminister und versprach, sich für einen "sauberen Fußball" einzusetzen, damit das Vertrauen in den türkischen Fußball zurückkehren könne.
In einer Mitteilung auf seiner Website, in der die Festnahmen nicht direkt erwähnt werden, versicherte der türkische Fußballverband TFF, mit den Ministerien für Justiz, Inneres und Sport zu kooperieren. Der Verband betonte, "seit April 2025 mehrere Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Istanbul erstattet zu haben, um sicherzustellen, dass Gerechtigkeit geübt wird". Alle von den Ermittlern angeforderten Dokumente seien übergeben worden.
22 Offizielle mit Verstößen in der Süper Lig
Ob der neue Fall mit dem im vergangenen Jahr publik gewordenen Skandal zusammenhängt, blieb zunächst offen. Auf mögliche Verbindungen gingen weder Gürlek noch türkische Medien ein. Im Oktober 2025 hatte der Disziplinarausschuss des türkischen Fußballverbands (TFF) 149 Schiedsrichter suspendiert, denen vorgeworfen wurde, unter Missachtung des ihnen auferlegten Verbots auf Spiele gewettet zu haben. Die Sperren reichten von acht bis zwölf Monaten.
Eine Untersuchung des Verbandes, die sich auf 571 Schiedsrichter der türkischen Profiligen bezog, hatte ergeben, dass 371 von ihnen Sportwettenkonten besaßen und 152 aktiv Wetten abschlossen. 22 der beschuldigten Schiedsrichter (7 Hauptschiedsrichter und 15 Schiedsrichterassistenten) waren laut Verband in der ersten Liga tätig.
