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The Base Line: Tsitsipas und Krejcikova beenden Durststrecken vor Hartplatz-Auftakt

Stefanos Tsitsipas mit seiner Trophäe in Gstaad
Stefanos Tsitsipas mit seiner Trophäe in GstaadFlashscore // Fabrice COFFRINI / AFP

Willkommen zu The Base Line – unserer regelmäßigen Tennis-Kolumne, die dich am Puls der ATP- und WTA-Tour hält. Wer durfte Pokale in die Höhe stemmen, wer musste Rückschläge einstecken und welche Highlights bleiben im Gedächtnis? Hier kommt das Update zum Geschehen auf dem Platz.

Die Champions der Woche

Die letzten zwei Wochen fühlten sich wie die Ruhe vor dem Sturm an: Eine Übergangsphase zwischen dem Finale der Rasensaison und dem bevorstehenden Start der nordamerikanischen Hartplatz-Tour. Während einige Profis die Zeit zur Regeneration nutzten, traten andere bei kleineren, feinen Turnieren auf europäischen Sand- und Hartplätzen an.

In dieser Ausgabe von The Base Line blicken wir auf die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen zurück – und die standen ganz im Zeichen großer Comebacks im Siegerkreis.

Allen voran feierte Stefanos Tsitsipas in Gstaad einen emotionalen Befreiungsschlag. Der Grieche behielt im Finale gegen Raphael Collignon mit 6:4, 6:7(3) und 6:3 die Oberhand und sicherte sich damit seinen ersten Titel seit März 2025 (Dubai).

Für Tsitsipas endete damit eine lange Leidenszeit. Der zweifache Grand-Slam-Finalist, ATP-Finals-Champion und ehemalige Weltranglistendritte war vor dem Turnier in Gstaad bis auf Platz 85 durchgereicht worden und wirkte phasenweise wie ein Schatten seiner selbst.

Erst im Juni zog er die Reißleine und trennte sich nach zahlreichen Unterbrechungen endgültig von seinem Vater als Coach. Unter seinem neuen Trainer Thomas Perrin stellt sich nun der erste Erfolg ein. Auch wenn es für vorschnelle Schlüsse noch zu früh ist: Der Tapetenwechsel zeigt Wirkung. Nach umkämpften Siegen über Arthur Rinderknech und Alexander Shevchenko belohnte sich Tsitsipas schließlich mit seinem 13. ATP-Karrieretitel.

"Ein einfach verrücktes Gefühl", gestand Tsitsipas im Anschluss. "Ich habe diesen Marathon überlebt. Es war eine lange und schwere Woche mit irre umkämpften Matches. Dass ich drei- oder viermal in Folge über die volle Distanz von drei Sätzen gehen musste, ist enorm zehrend."

"Ich könnte nicht dankbarer und glücklicher sein. Es war eine großartige Leistung, mich immer wieder neu zu fokussieren. Am Ende war es wohl Schicksal: Was passieren sollte, ist passiert. Meine einzige Aufgabe war es, da draußen zu stehen und bis zum letzten Ballwechsel zu kämpfen." Der Lohn für den Kampfgeist: Tsitsipas macht im Ranking wieder Boden gut und klettert auf Platz 51.

Auch Barbora Krejcikova erlebte in Athen eine Traumwoche. Im Endspiel setzte sich die Tschechin mit 7:6(5), 6:3 gegen die griechische Lokalmatadorin Maria Sakkari durch.

Für Krejcikova ist es der erste Turniersieg seit ihrem Triumph in Wimbledon 2024 und ihr insgesamt neunter WTA-Titel. Zudem trug sie sich als erste Siegerin in die Geschichtsbücher des neuen Turniers ein, das Tennis nach über 35 Jahren wieder in die griechische Hauptstadt zurückbrachte.

Die zweifache Grand-Slam-Siegerin dominierte das Feld souverän und gab auf dem Weg zum Titel lediglich einen einzigen Satz ab – unter anderem schaltete sie dabei Qinwen Zheng und Clara Tauson aus. Mit dem Finalerfolg baute sie zudem ihre makellose Bilanz gegen Sakkari auf 4:0 aus.

"Es ist ein riesiges Privileg, heute bei diesem historischen Moment an deiner Seite zu stehen", zollte Krejcikova ihrer Gegnerin Respekt. "Vor den eigenen Fans zu spielen, ist etwas ganz Besonderes, und ich freue mich sehr, dass du diese Kulisse genießen konntest."

In Båstad holte sich Andrey Rublev mit einem 6:4, 6:3-Erfolg über Luciano Darderi seinen ersten Saisontitel – und seinen zweiten Triumph bei diesem Traditionsturnier überhaupt.

Rublev, der lange Zeit als Sinnbild für Konstanz galt und bei kleineren Turnieren fast zuverlässig ablieferte, hatte zuletzt ebenfalls mit Formschwankungen zu kämpfen. Sein 18. Karrieretitel dürfte ihm das nötige Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zurückgeben – und bringt ihn gleichzeitig zurück in die Top 15 der Welt.

Weitere Titelträger

WTA: Mayar Sherif (Iasi) und Tamara Korpatsch (Hamburg) feierten Turniersiege. Zudem sicherte sich das 18-jährige Nachwuchstalent Lilli Tagger in Prag ihren Premierentitel.

ATP: Daniel Merida Aguilar (Umag), Quentin Halys (Kitzbühel) und Luca van Assche (Estoril) trugen sich jeweils zum ersten Mal in ihrer Karriere in die Siegerlisten ein.

Moment der Woche

Die ATP-Tour hat ihn schmerzlich vermisst, doch jetzt gibt es hervorragende Nachrichten: Carlos Alcaraz steht vor seinem Comeback! Der siebenfache Grand-Slam-Champion wird beim Masters-Turnier in Cincinnati wieder ins Geschehen eingreifen.

Der Spanier musste wegen einer im April erlittenen Handgelenksverletzung sowohl die French Open als auch Wimbledon auslassen. Nun steht der Titelverteidiger offiziell auf der Meldeliste für Cincinnati.

Als einer der mitreißendsten Akteure der Tour peilt Alcaraz die Titelverteidigung bei den US Open an. Wie schnell er nach der Zwangspause wieder zu seiner absoluten Spitzenform findet, werden die ersten Matches zeigen. Seine Rückkehr ist jedoch auf jeden Fall ein riesiger Gewinn für den Tennissport.

Die Ballwechsel der Woche

Echte Highlights gab es beim Turnier in Estoril zu bewundern: Der Brasilianer Orlando Luz zauberte einen feinen Slice-Winner aus dem Handgelenk, während Nuno Borges am Ende einer spektakulären 28-Schläge-Rallye einen krachenden Vorhand-Punkt landete.

Ausblick: Das steht an

In dieser Woche fällt der Startschuss für die nordamerikanische Hartplatz-Saison mit zwei hochkarätigen 500er-Events in Washington D.C. Im Herrenfeld führt Titelverteidiger Alex de Minaur das Tableau an. Konkurrenz bekommt er unter anderem von Ben Shelton, Taylor Fritz und dem wieder genesenen Lorenzo Musetti.

Bei den Damen geht die Weltranglistendritte Jessica Pegula als Topgesetzte ins Rennen. Ebenfalls am Start sind Elina Svitolina, Naomi Osaka und Diana Shnaider.

Ergänzt wird die Turnierwoche durch zwei 250er-Events in Los Cabos und Memphis. Bei den Herren führen Jiri Lehecka und Luciano Darderi die Setzlisten an, während bei den Damen Ekaterina Alexandrova und McCartney Kessler das Feld anführen.