Nahezu alle NFL-Spieler können über den erneuten Austausch nur den Kopf schütteln: Bei einer Umfrage der Spielergewerkschaft NFLPA im Jahr 2024 sprachen sich 92 Prozent dafür aus, dass in der NFL einheitlich auf Naturrasen gespielt wird - das Verletzungsrisiko sei geringer, so das Argument. Jetzt ist die Debatte neu entbrannt. Unmittelbar vor dem WM-Endspiel erneuerten zahlreiche NFL-Stars ihr Verlangen nach dem permanenten Naturrasen.
Weil den Besitzern der 32 Klubs der Unterhalt offenkundig zu teuer ist, posteten die Spieler ihre Wünsche und Argumente sogleich unter dem Hashtag "#WorthTheCost" (Die Kosten sind es wert). George Kittle, Tight End der San Francisco 49ers, machte in einer Stellungnahme der NFLPA klar: Man wisse, dass Naturrasen "besser für unsere Körper ist" und dessen Verlegung auch "möglich ist angesichts dessen, was unternommen wurde, um für die Weltmeisterschaft in jedem Stadion Naturrasen zu verlegen".
Kunstrasen bietet viele Vorteile
Bei der WM wurde in den USA in elf Stadien gespielt - alle elf dienen sonst als Heimspielstätte für Teams der NFL. Nur in den vier Arenen in Kansas City, Miami, Philadelphia und Santa Clara, ist auch sonst Naturrasen verlegt, genau genommen längst gängiger Hybridrasen, wie er etwa auch in der Münchner Allianz Arena als Untergrund dient. In einen Naturrasen werden dabei künstliche Fasern eingewebt, dadurch wird die Spielfläche strapazierfähiger.
In den anderen sieben NFL-Stadien sowie im überdachten BC Place von Vancouver wurde der Hybridrasen dagegen wieder entfernt. In der Regel war er für die WM ohnehin nur auf dem Kunstrasen verlegt worden. Die Klubbesitzer argumentieren: Kunstrasen sei nicht nur viel pflegeleichter und dadurch günstiger im Unterhalt, er ermögliche auch die vielfältigere Nutzung des Stadions.
In 16 der 30 NFL-Stadien ist Naturrasen verlegt. Für Klubbesitzer Mark Davis, dessen Las Vegas Raiders in der geschlossenen Allegiant Arena spielen, ist alles andere "zu riskant" für die Gesundheit der Spieler - und auch nicht stilecht. "Ich möchte", sagte er der Los Angeles Times, "dass man sieht, dass ein Spiel stattgefunden hat, selbst wenn es ein Indoor-Stadion ist. Man sieht Grasflecken und alles andere."
Das Stadion der Raiders hat ebenso wie das ebenfalls geschlossene der Arizona Cardinals deshalb eine Schublade: Wie bei der Arena von Schalke 04 kann der Naturrasen in einer Wanne ins Freie geschoben werden. Auch das finden viele Klubbesitzer allerdings nicht gut: Die Fläche vor dem Stadion ginge dadurch ja für kostenpflichtige Parkplätze verloren.
