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WM-Führender Antonelli vor neuer Herausforderung: Madring feiert Formel-1-Premiere

Kimi Antonelli nach dem Großen Preis von Italien
Kimi Antonelli nach dem Großen Preis von ItalienREUTERS / Guglielmo Mangiapane

Kimi Antonelli ist aktuell der Mann der Stunde in der Formel 1. Doch nach seinem historischen Heimsieg in Monza – als erster Italiener seit 1966 – steht der 20-jährige Mercedes-Pilot und WM-Spitzenreiter vor einer gewaltigen Aufgabe. Wie der gesamte Tross betritt er an diesem Wochenende in Spanien absolutes Neuland: Die Madrider Rennstrecke Madring feiert ihr Grand-Prix-Debüt.

Das zweite Spanien-Rennen des Jahres neben Barcelona ist die erste neue Strecke im Kalender seit Las Vegas vor drei Jahren und bildet zugleich den Abschluss der regulären Europa-Saison. Da den Teams lediglich Simulatordaten vorliegen, ist das Kräfteverhältnis völlig offen.

Das Highlight des Kurses ist "La Monumental" – eine 550 Meter lange, rasante 270-Grad-Steilkurve. Durch eine Kuppe am Kurvenausgang fahren die Piloten kurzzeitig blind und blicken beim Anvisieren der Scheitelpunkte direkt in den Himmel.

Mercedes, das neun der ersten 13 Saisonrennen gewinnen konnte, gilt erneut als Favorit. Allerdings erwartet das Team nach dem Doppelsieg in Monza einen deutlich härteren Schlagabtausch. Antonelli reist mit einem komfortablen Polster von 66 Punkten auf Teamkollege George Russell an – was umgerechnet fast drei Rennsiegen entspricht. Während Antonelli bereits hochrechnen kann, wo er den Sack zumacht, muss Russell unbedingt gewinnen, um seine Minimalchance auf den Titel zu wahren. Sein letzter Triumph datiert aus dem Juni in Österreich.

Die größte Bedrohung für die Silberpfeile dürfte von McLaren ausgehen. Nach den Siegen von Titelverteidiger Lando Norris in Zandvoort und Ungarn sowie starken Auftritten von Oscar Piastri rechnet man sich viel aus. „Die Streckencharakteristik erinnert eher an Budapest oder Zandvoort. Wir erwarten daher ein sehr enges Wochenende“, dämpft Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Erwartungen an eine weitere Soloveranstaltung.

Auch Ferrari erhofft sich Chancen, nachdem Lewis Hamilton und Charles Leclerc bereits im Juli ein paar Demonstrationsrunden auf der damals noch im Bau befindlichen Strecke drehten. Hamilton misst den Erfahrungen bei brütender Hitze allerdings wenig Bedeutung bei: "Die Piste war extrem staubig und bot kaum Grip. Es wirkt wie ein Kurs, auf dem das Qualifying entscheidend sein wird, da es kaum lange Geraden gibt. Das Überholen dürfte extrem schwierig werden."

Sainz freut sich auf Heimspiel

Leclerc, der am Sonntag in Monza einen schweren Unfall unverletzt überstand, zeigt sich dennoch begeistert: Er erwartet, dass „La Monumental“ ein ikonischer Streckenabschnitt wird, der den Fahrern absolut alles abverlangt.

Ein echtes Heimspiel erlebt Williams-Pilot Carlos Sainz. Der gebürtige Madrilene ist Botschafter des Madrings und schätzt das Gefahrenpotenzial hoch ein: "Wenn ich mir das Layout anschaue und die Berichte vom F3-Test verfolge, müssen wir uns auf etliche Safety-Car-Phasen, rote Flaggen und ein chaotisches Qualifying einstellen."

Der zweite Lokalmatador, Altmeister Fernando Alonso, bremst die Erwartungen der heimischen Fans hingegen. Die Paarung Aston Martin und Honda hinkt der Spitze weiterhin hinterher.

Im Hinterfeld gibt es personelle Veränderungen: Red Bull setzt zum dritten Mal in Folge auf den Neuseeländer Liam Lawson, da Isack Hadjar weiterhin verletzungsbedingt ausfällt. Lawsons Cockpit bei Racing Bulls übernimmt erneut Ersatzfahrer Yuki Tsunoda.

Die Kulisse für das Premieren-Wochenende steht bereits: Laut Veranstalter ist das Event mit täglich 130.000 Zuschauern und insgesamt fast 350.000 Besuchern restlos ausverkauft.