19. Februar 2022
"Es ist an der Zeit, vernünftig, langsam und sorgfältig heranzugehen, wie wir eine Bewerbung wieder auf den Weg bringen", sagt der neue DOSB-Boss Weikert am Schlusswochenende der Spiele in Peking. Noch ist beim DOSB auch von Winterspielen die Rede.
Der Rechtsanwalt aus Limburg macht deutlich, man wolle aus Fehlern der Vergangenheit lernen, diesmal sollen auch "Bevölkerung, Politik und Wirtschaft" gehört und vor allem gewonnen werden. Großevents wie die European Championships in München im August 2022 vergrößern die Olympia-Lust rasant.
3. Dezember 2022
Weikert wird für vier weitere Jahre im Amt bestätigt. Das ist die Voraussetzung für weitere Schritte, denn bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden wird auch eine "Roadmap" für Olympia beschlossen. Kernpunkt: Der DOSB gibt sich zwei Jahre Zeit, um die Zustimmung der Bevölkerung auszuloten. In den späteren Bewerberstädten und -regionen werden bereits Interessensbekundungen laut.
Juli 2023
Die deutschlandweite Dialoginitiative mit dem Titel "Deine Ideen. Deine Spiele." startet. Gemeinsam mit der Bevölkerung soll der Grundstein für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele erarbeitet werden. Die Resonanz hält sich in Grenzen, der DOSB aber kann auf das Angebot an die Menschen verweisen.
2. August 2024
In Paris laufen die auch in Deutschland bejubelten Sommerspiele - und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sowie Weikert unterzeichnen im Deutschen Haus eine gemeinsame Erklärung. Damit bekennt sich der Bund zu einer deutschen Olympiabewerbung und unterstützt das Vorhaben fortan auch finanziell.
Der DOSB geht gezielt in den Austausch mit dem Internationalen Olympischen Komitee. Aber: In der Folge kommt es immer wieder zu Anpassungen und Verzögerungen beim Konzept und im Ablauf.
Frühjahr 2025
Berlin, München, Hamburg und Köln/Rhein-Ruhr machen Ernst und reichen bis Ende Mai 2025 offiziell ihre Bewerbungen beim DOSB ein. Es folgt eine Phase der Prüfungen. Schnell wird klar: Alle außer Berlin wollen ihre Bürgerinnen und Bürger befragen, um mit einem "Ja" ihren Plänen Wucht zu verleihen. Der DOSB lässt einen Wettstreit zu, der bis zur nationalen Entscheidung einige Millionen Euro verschlingt. Eine komplizierte Bewertungsmatrix soll bei der Bewertung der Bewerbungen helfen.
Oktober 2025 bis Mai 2026
München legt vor, erhält bei seinem Referendum am 26. Oktober 2025 eine kaum für möglich gehaltene Zustimmung von 66,4 Prozent. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) tönt: "Ich glaube, dass München ohnehin die besten Voraussetzungen hat", die Bewerbung liege "mit weitem Abstand" vor denen der Kontrahenten.
Köln/Rhein-Ruhr allerdings bringt es am 19. April 2026 auf einen nur geringfügig niedrigeren Wert - befragt wurden allerdings 17 Kommunen. Hamburg hingegen scheitert am 31. Mai klar am Votum der Bürgerinnen und Bürger und zieht seine Bewerbung zurück (wie schon 2015). Berlin stützt sich auf einen Pro-Olympia-Beschluss des Abgeordnetenhauses, allein das wirkt sich in der Matrix negativ auf die Gesamtbewertung aus.
22. September 2026
Es gibt Zeugnisse! Vier Tage vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden - nach der sich der nationale Sieger einem großen Feld internationaler Konkurrenten stellen wird - kommt die DOSB-Evaluierungskommission zum Urteil, dass die Bewerbungen von München (87,03 von 100 möglichen Punkten) und Köln (85,02) "sehr gut" sind und jene Berlins (74,64) "gut" ist.
Alle drei seien "wählbar", die Entscheidung wird in Baden-Baden an der Urne fallen, wenn 144 Stimmen der Delegierten zu vergeben sind. Ein Zweikampf deutet sich auf dem Papier an, gebunden an die Evaluierung ist allerdings niemand.
