Zusammen mehr als die Hälfte aller Meistertitel, die teuersten Mannschaften mit den meisten Nationalspielern - und eine erbitterte Rivalität, die regelmäßig in Faustkämpfen gipfelt: Mit dem Klassiker zwischen den Eisbären Berlin und den Adlern Mannheim bekommt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ihr Finale der Superlative.
Mit den Adlern "ist zu rechnen"
"Wenn du ganz oben stehen möchtest, musst du die Meistermannschaft der letzten Jahre schlagen. Jetzt haben wir die Chance dazu", sagte Adler-Goalie Maximilian Franzreb dem Mannheimer Morgen. Berlins Jonas Stettmer rechnet mit einer langen Serie. Es werde "unfassbar hart", sagte der Schlussmann bei MagentaSport.
Die Vorzeichen sprechen allerdings eine deutliche Sprache. Vier der letzten fünf Meisterschaften gingen in die Hauptstadt, unter Trainer Serge Aubin sind die Eisbären seit 14 Playoff-Serien unbesiegt - Rekord. Im Halbfinale schaltete der DEL-Rekordmeister, der insgesamt elfmal den Titel holte, die Überflieger des Hauptrundensiegers Kölner Haie letztlich souverän aus.
"Mit uns ist zu rechnen", sagte Stettmer. Den direkten Einzug in die Playoffs schafften die Berliner erst auf den letzten Drücker, in einer von Verletzungssorgen geprägten Saison schloss der Titelverteidiger die Vorrunde nur auf Rang sechs ab. In der am Freitagabend (19.30 Uhr/MagentaSport) in Mannheim beginnenden Best-of-seven-Serie müssen die Eisbären deshalb zunächst auswärts ran, auch ein entscheidendes siebtes Spiel würde in der Kurpfalz steigen.
Keine Freundschaften auf dem Eis
Seit 24 Jahren warten die Adler auf einen Sieg gegen Berlin in den Playoffs, sieben Serien gingen nach dem letzten Erfolg in der Saison 2001/02 in die Hauptstadt, zuletzt im Halbfinale der vergangenen Spielzeit. Die Vorfreude beim Hauptrundenzweiten von Trainer Dallas Eakins kennt nach dem ersten Finaleinzug seit 2019 trotz der Historie keine Grenzen, die Hoffnungen auf den neunten Meistertitel sind groß.
"Jeder hat Bock aufs Finale", sagte Nationalspieler Justin Schütz, der in den Playoffs heiß läuft und in den vergangenen neun Spielen immer mindestens einen Punkt erzielte. Bei Olympia in Mailand saß der Stürmer als überzähliger Spieler oft auf der Tribüne, nun wird Bundestrainer Harold Kreis bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz nur schwer an dem Stürmer vorbeikommen.
Schütz ist einer von neun deutschen Olympia-Fahrern, die im Finale aufeinander treffen. Mehr als die beiden Großklubs, die dank ihrer Milliardärs-Besitzer zudem das höchste Budget der Liga zur Verfügung haben, stellten keine anderen Mannschaften aus der DEL. Spieler wie Schütz oder Berlins Kai Wissmann gehören schon über Jahre zum Kern der Nationalmannschaft, gemeinsam holten sie 2023 die WM-Silbermedaille.
Ab Freitag werden die Freundschaften auf dem Eis ruhen. Zuletzt erreichte die Rivalität beider Klubs ein neues Level, Faustkämpfe gehören zu der Serie dazu wie Anfeindungen auf den Rängen. Wenn die beiden besten Mannschaften der DEL-Geschichte erstmals seit 2012 wieder im Finale um den Titel spielen, ist für reichlich Brisanz gesorgt.
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