Nervenkrimi um den Aufstieg ins Oberhaus: Packender Dreikampf in Liga zwei

Vincent Wagner und die SV Elversberg können am Sonntag aus eigener Kraft in die Bundesliga aufsteigen.
Vincent Wagner und die SV Elversberg können am Sonntag aus eigener Kraft in die Bundesliga aufsteigen.ANKE WAELISCHMILLER / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Drei Teams punktgleich, es geht um jedes Tor - und am Ende könnten gar die Auswärtstreffer im direkten Vergleich entscheiden: Der Aufstiegskampf in der 2. Fußball-Bundesliga wird am letzten Spieltag zum Thriller. Mit der SV Elversberg, Hannover 96 und dem SC Paderborn gehen erstmals überhaupt der zweit- bis viertplatzierte mit derselben Punktzahl in den finalen Showdown, die letzten 90 Minuten werden am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) zum Nervenkrimi.

In der Pole Position liegen die mit der besten Tordifferenz ausgestatteten Saarländer, die erstmals in die Bundesliga aufsteigen könnten. Mit einem Heimsieg gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht Preußen Münster würde der Dorfverein wohl Geschichte schreiben. "Natürlich schaffen wir das. Wir werden das Spiel souverän gewinnen", sagte der im Frühjahr zum BVB abgewanderte Sportvorstand Ole Book der Saarbrücker Zeitung - und ist dabei immer noch im "Wir-Modus".

Zum Match-Center: SV Elversberg vs. Preußen Münster

Dieses "Wir-Gefühl" und die Geschlossenheit zeichnen den Verein in der beschaulichen 12.800-Seelen-Gemeinde Spiesen-Elversberg aus, die Unterhaching als kleinsten Bundesliga-Standort der Historie ablösen könnte. "Für mich ist das irgendwie ganz komisch. Es ist immer noch mein Verein und meine Truppe", erklärte Book: "Und ich kann nicht sagen, was ich am Sonntag mache, wenn es klappt. Ich lasse mich von meinen Gefühlen überraschen."

Elversberg kann, Hannover muss

Nach dem vergebenen Matchball in Düsseldorf (1:3) würde ein eigener Dreier am letzten Spieltag aller Wahrscheinlichkeit nach reichen, in der Tordifferenz liegt Hannover sechs Treffer zurück und Paderborn gar zehn. "Dass der Kopf in einer solchen Phase natürlich auch dabei ist, ist völlig klar. Aber meine Spieler haben diese Saison schon gezeigt, dass sie gut lernen", sagte Trainer Vincent Wagner: "Wir haben den Luxus, dass wir wollen, nicht müssen."

Zum Match-Center: Hannover 96 vs. 1. FC Nürnberg

Etwas größer sind da schon die Erwartungen und Ambitionen in einem Verein wie Hannover, der mit besten Chancen auf die Relegation ins Rennen geht. Die dürfte bei einem eigenen Heimsieg sicher sein, für Platz zwei hinter Meister Schalke 04 bräuchte es Schützenhilfe. "Wenn wir gegen Nürnberg gewinnen, dann können wir – auch unabhängig von den Ergebnissen anderer Klubs – zehn Tage später Bundesligist sein", betonte Sportboss Ralf Becker auch mit Blick auf eine mögliche Relegation.

Die Ausgangslage vor dem 34. Spieltag der 2. Bundesliga
Die Ausgangslage vor dem 34. Spieltag der 2. BundesligaFlashscore

Sieben Jahre lang saßen die Niedersachsen in der Zweitklassigkeit fest, umso größer ist die Sehnsucht. "Ich würde mich riesig freuen", sagte Martin Kind: "Das wäre für alle eine riesige Erfolgsgeschichte."

Der SC Paderborn muss nach vier Spielen ohne Sieg auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen - und selbst in Darmstadt liefern. Nach dem neuerlichen Rückschlag in der Vorwoche mit dem 2:2 gegen den Karlsruher SC fiel es allerdings selbst Trainer Ralf Kettemann "schwer, noch Optimismus zu verbreiten".

Zum Match-Center: Darmstadt 98 vs. SC Paderborn

Doch an letzten Spieltagen sind bekanntlich schon die kuriosesten Dinge passiert. Sollte beispielsweise Elversberg gegen Münster 3:2 gewinnen und Hannover die Nürnberger mit 7:0 abschießen, wären beide Teams im Kampf um Platz zwei punkt- und torgleich. Aufsteigen würden dann die Niedersachsen - wegen der größeren Anzahl an Auswärtstoren im ansonsten ebenfalls ausgeglichenen direkten Vergleich.