"Das tut gerade einfach weh", sagte Kiels Geschäftsführer Viktor Szilagyi bei Dyn, die Zebras fühlten sich um den Sieg in diesem Prestigeduell und die Tabellenführung in der Bundesliga betrogen. Denn die Referees Julian Köppl und Denis Regner nahmen den vermeintlichen Siegtreffer nach einem minutenlangen Videobeweis wieder zurück.
"Erst wird geschaut, ob Julian im Kreis steht. Tut er nicht. Dann wird immer weiter zurückgeschaut, bis man dann was gefunden hat", sagte der neue THW-Trainer Börge Lund: "Da fragt man sich schon, wo man da die Grenze setzt."
Am Ende ahndeten die Unparteiischen einen Schrittfehler von Domen Makuc vor dessen Pass auf Köster. So hieß es am Ende nur 31:31 (18:14) aus Kieler Sicht. Die Flensburger um Vize-Europameister Marko Grgic feierten ausgelassen den Punktgewinn beim großen Rivalen, die meisten der 10.285 Fans verabschiedeten die Schiedsrichter mit "Schieber-Schieber"-Rufen.
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"Ich kann nicht verstehen, warum sich diese Situation überhaupt noch einmal angeschaut wird. Es war nichts, was man sonst im Handball nicht auch erlebt, in diesem Angriff zu sehen", meckerte Kiels Lukas Zerbe: "Zumal der letzte Angriff der Flensburger nicht regelkonform war, wir da auch schon benachteiligt wurden." Doch der Frust und die Enttäuschung bei den Kielern waren wohl auch deshalb so groß, weil sie an dem bitteren Remis auch selber schuld waren.
Pekeler: "Bin mega frustriert"
Zehn Minuten vor Schluss lag der neuformierte Rekordmeister mit 30:25 vorne - und ließ Flensburg doch wieder herankommen. 90 Sekunden vor dem Abpfiff vergab Hendrik Pekeler dann einen möglichen Zwei-Tore-Vorsprung kläglich. "Wenn ich den Ball reinmache, gewinnen wir mit einem", sagte Pekeler. Doch so glich Grgic noch aus.
35 Sekunden hatten die Kieler danach noch, um wieder in Führung zu gehen. Köster traf auch, doch der Rest ist bekannt. "Dass sie das machen können, ist mir klar. Aber was hat sie dazu veranlasst, da hinzugehen?", sagte Pekeler völlig genervt von den Schiedsrichtern: "Wird das überall in jeder Halle genauso gehandhabt? Ich bin natürlich mega frustriert". Schließlich wurde es nichts mit dem angestrebten Derbysieg.
