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Trinkpausen, Countdowns, VAR: Welche WM-Regeln werden übernommen?

Ivan Bartons Rote Karte gegen Miguel Almiron war einer der großen Moment der WM.
Ivan Bartons Rote Karte gegen Miguel Almiron war einer der großen Moment der WM.BENJAMIN FANJOY / EPA / Profimedia

Bei der Weltmeisterschaft kamen einige neue Regeln zum Einsatz. Aber nicht alle Neuerungen in Sachen Trinkpausen, Platzverweisen oder Zeitspiel werden kommende Saison auch in der Bundesliga und dem Europapokal angewendet. Ein Überblick:

Trinkpausen

Im europäischen Fußball wird weiterhin in zwei Halbzeiten, nicht in vier Vierteln gespielt. Die "Hydration Breaks", die bei der WM auch bei niedrigeren Temperaturen laut Kritikern zugunsten von Werbeunterbrechungen durchgeführt wurden, sollen kein Dauerzustand sein. "Über Trinkpausen wird weiterhin je nach Wetterlage situativ entschieden", sagte die Bundesliga gegenüber der Sportschau. Die UEFA plane ebenfalls nicht, die Regeln "für die kommenden Wettbewerbe zu verändern. Das schließt die Champions League und die EM 2028 ein."

Rote Karte für die Hand vor dem Mund

In der Champions League sorgte Benfica-Profi Gianluca Prestianni in einer Auseinandersetzung mit Real Madrids Vinicius Junior für Diskussionen, er soll den Gegner mit verdecktem Mund rassistisch beleidigt haben. Bei der WM sah der Paraguayer Miguel Almirón im Spiel gegen die Türkei als erster Profi deshalb Rot, auch Arsenal-Star Piero Hincapié (Ecuador) flog aus diesem Grund. Die UEFA entschied jedoch, die neue Regel nicht für ihre Wettbewerbe zu übernehmen. Das Bedecken des Mundes kann aber mit Gelb geahndet werden, auch ein nachträgliches Disziplinarverfahren ist möglich. Wie die Bundesliga die Regel umsetzt, ist noch offen.

Platzverweis für Verlassen des Feldes

Auch hier lehnt die UEFA eine Umsetzung der neuen FIFA-Regel ab, weist aber in ihrer Erklärung auf den in den Spielregeln verankerten Grundsatz hin: Sollte ein Spiel nicht fortgesetzt werden können, weil ein Team weniger als sieben Spieler aufweist, verliert es die Partie. Die Regel, dass Spieler eine Rote Karte erhalten, wenn sie aus Protest vom Feld gehen, musste bei der WM nicht angewendet werden. Sie war nach den Geschehnissen im Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko eingeführt worden, als sich die senegalesische Mannschaft nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung zwischenzeitlich in die Katakomben zurückgezogen hatte.

Countdown vor Standards und bei Auswechslungen

Den Countdown für Torhüter, die den Ball nicht länger als acht Sekunden in der Hand halten dürfen, weitete die FIFA auf Einwürfe und Abstöße aus. Die Maßnahme reduzierte das Zeitspiel sichtlich und muss nun auch von DFB und UEFA angewendet werden. Ähnliches gilt für Auswechslungen: Der herausgenommene Spieler bekommt zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Schafft er es nicht, muss der eingewechselte Spieler bis zur nächsten Unterbrechung nach mindestens einer Minute warten, bevor er auf den Platz darf.

Pause nach Verletzungsunterbrechungen

Nach der Probe in der nordamerikanischen MLS und dem WM-Test müssen verletzte Spieler nun auch in der Bundesliga zunächst draußen bleiben: Lässt sich ein Fußballer wegen einer Verletzung auf dem Platz behandeln und verursacht eine Unterbrechung von über 15 Sekunden, muss er das Feld verlassen und eine Minute warten, bevor er zurück darf. Ausnahme: Die Behandlung erfolgt nach einem Foul, für das eine Gelbe oder Rote Karte gezeigt wurde.

VAR-Check bei Ecken

Auch außerhalb der WM erhält der Videoassistent weitere Befugnisse. Eckbälle, die fälschlicherweise vergeben wurden, dürfen korrigiert werden, "sofern die Entscheidung unmittelbar und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung korrigiert werden kann", schrieb die UEFA. In Deutschland steht diese Entscheidung noch aus.

VAR-Check bei (zweiten) Gelben Karten

Fest steht dagegen der Umgang mit Gelb-Roten Karten sowie Verwechslungen. Eine fälschlicherweise vergebene zweite Verwarnung darf ebenso korrigiert werden wie eine Gelbe Karte, bei der zwei Spieler verwechselt wurden. Bei der WM hatte letztere Regel für Aufsehen gesorgt: Der Schweizer Breel Embolo flog wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem sein Gegenspieler zuvor zu Unrecht wegen eines Fouls verwarnt worden war. Eine solche Korrektur würde laut UEFA-Auslegung Berichten zufolge nicht stattfinden, da es sich um eine komplette Neubewertung der Situation und keine Klärung einer Verwechslung handelte.