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Darum hat die Formel 1 die Rennen in Katar & Abu Dhabi noch nicht absgesagt

Absagen könnten für die Formel 1 sehr teuer werden
Absagen könnten für die Formel 1 sehr teuer werdenREUTERS/Jakub Porzycki

Die Frage wird drängender in der Formel 1: Zwei Rennen am Golf sollen das Saisonfinale bilden, doch der Konflikt in der Region dauert an. Mit einer Absage tut sich die Rennserie schwer.

Kimi Antonelli gibt sich schon einmal seiner Vorfreude hin. "Imola wäre nicht schlecht", sagt der Italiener lächelnd.

Die Vorstellung ist verlockend: In zehn Wochen fährt Antonelli das Saisonfinale in seiner Heimat – und kommt als erster italienischer Weltmeister seit 73 Jahren ins Ziel.

Der WM-Führende Antonelli
Der WM-Führende AntonelliREUTERS/Jakub Porzycki

Möglich ist diese filmreife Konstellation, weil Imola als Ersatz einspringen soll für die Rennen in Katar und Abu Dhabi. Aufgrund des andauernden Konflikts in der Golfregion ist ein Jahresausklang dort schwer vorstellbar.

Formel 1 hält sich bedeckt

Eigentlich. Denn zumindest öffentlich hält die Formel 1 weiter an ihrem Kalender fest. Die Rennen in Katar und Abu Dhabi seien "bestätigt", das sind die weiterhin gültigen Aussagen von CEO Stefano Domenicali zum Thema, "und übrigens sind sie beide ausverkauft. Das ist ein unglaubliches Zeichen dafür, wie sehr der Sport größer ist als das Problem, mit dem unsere Welt zu kämpfen hat."

Diese Einschätzung ist für sich schon bemerkenswert, die Haltung der Rennserie mag aber auch aus anderen Gründen verwundern. Denn zum einen tickt die Uhr.

Die Zeit wird knapp

Am Samstag (13 Uhr MESZ/Sky) beginnt mit dem Grand Prix in Aserbaidschan der Saisonendspurt, neun Rennen sind bis Dezember noch angesetzt, tonnenschweres Equipment muss jeweils Wochen im Voraus auf die Reise geschickt werden.

Baku läutet die Schlussphase der Saison ein
Baku läutet die Schlussphase der Saison einREUTERS/Ramil Sitdikov

Und zum anderen wirkt eine Absage ohnehin schwer vermeidbar, seit den Angriffen der USA und Israels auf Iran im Frühjahr wurde eine politische Lösung bislang nicht gefunden.

Im Falle einer Austragung müssten nicht nur die Formel 1, sondern auch die großen Hersteller Menschen für ein weltweit beachtetes Sportevent in eine zumindest unsichere Region schicken.

Im Fahrerlager bereitet man sich daher auch längst vor auf ein Saisonende in Europa. Für das Wochenende, an dem Abu Dhabi im Plan steht (5./6. Dezember), sind die Hotels rund um Imola geblockt. Doch mit einer Absage tut sich die Formel 1 schwer. Das hat verschiedene Gründe.

Abu Dhabi würde die F1 nur ungern ausfallen lassen
Abu Dhabi würde die F1 nur ungern ausfallen lassenNICOLAS ECONOMOU / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Katar und Abu Dhabi zahlen gut

Zum einen bestehen die betroffenen Organisatoren in Katar und Abu Dhabi auf einer Austragung, beide gehören zu den zahlungskräftigsten Standorten und werden mit Blick auf die weitere Beziehung entsprechend rücksichtsvoll behandelt. Und auch für dieses Jahr geht es um viel Geld.

40 bis 50 Millionen Dollar sollen Katar und Abu Dhabi jeweils für ihr Rennen bezahlen – sagt die Formel 1 die Events von sich aus ab, verliert sie grundsätzlich den Anspruch auf das Geld.

Über die Antrittsgebühren hinaus muss die Rennserie ihren zahlreichen Sponsoren und TV-Partnern zudem eine vertraglich zugesicherte Anzahl an Rennen pro Jahr bieten, auch hier geht es um hohe Summen.

Dies führt zu bemerkenswerten Anstrengungen, zunächst abgesagte Rennen doch noch irgendwie in den engen Kalender einzubauen. So findet etwa der ursprünglich für April geplante Lauf in Bahrain nun am 4. Oktober statt: Als "Grand Prix von Bahrain in Malaysia".

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