EXKLUSIV: Mendieta sieht Spanien auf Augenhöhe mit den Weltmeistern von 2010

Gaizka Mendieta sprach mit Flashscore in Peru.
Gaizka Mendieta sprach mit Flashscore in Peru.AFP7 / Zuma Press / Profimedia/ Flashscore

Der ehemalige Valencia- und Barcelona-Star Gaizka Mendieta hat mit Flashscore über die aktuelle spanische Nationalmannschaft, ihre Chancen bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft und den prägenden Einfluss von Nationaltrainer Luis de la Fuente gesprochen.

Nur noch einen Monat trennt uns vom Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada und Spanien zählt zweifellos zu den heißesten Anwärtern auf den zweiten WM-Titel der Verbandshistorie. Das kommt nicht von ungefähr: Mit Akteuren wie Rodri (auch wenn er noch an seiner vollen Fitness arbeitet), Pedri, Nico Williams und Lamine Yamal kann Luis de la Fuente aus dem Vollen schöpfen.

Um die aktuelle Verfassung der Seleccion zu analysieren, traf Flashscore Gaizka Mendieta am Rande des ersten offiziellen Rushbet-Events in Peru, wo er als Botschafter für LaLiga vor Ort war. Hier sind die exklusiven Einblicke des ehemaligen Mittelfeldstrategen, der in seiner Karriere für Castellón, Valencia, Barcelona, Lazio Rom, Middlesbrough und "La Roja" auflief.

Mendieta erhielt den UEFA-Preis für den besten Mittelfeldspieler in der Saison 2000-2001
Mendieta erhielt den UEFA-Preis für den besten Mittelfeldspieler in der Saison 2000-2001UEFA/AFP

Wie bewerten Sie die aktuelle Verfassung der spanischen Nationalmannschaft?

"Es gibt zwar noch ein paar Unbekannte, aber wir werden eine erfolgreiche Mannschaft erleben. In der Nations League hat das Team bereits bewiesen, dass es die Mentalität besitzt, Titel zu gewinnen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Spieler in Topform anreisen, um ihr volles Potenzial auf dem Platz abzurufen."

Welchen Einfluss hatte Luis de la Fuente auf die Mannschaft?

"Er hat frischen Wind in eine Gruppe gebracht, die ohnehin schon sehr erfolgreich war. Menschlich macht er einen hervorragenden Job: Er hat eine großartige Harmonie im Team geschaffen und bietet den jungen Spielern die perfekte Bühne, um ihr individuelles Talent zu entfalten.

Erinnerungen an Weltmeisterteam 2010

Wir sehen ja die Entwicklung von Jungs wie Lamine, Nico (Williams), Fermín, Pedri oder (Pau) Cubarsí – sie alle spielen in ihren Klubs eine tragende Rolle und sind durch das gefestigte Gefüge der Nationalmannschaft noch einmal gereift."

Ist diese Auswahl mit der legendären Weltmeistermannschaft von 2010 vergleichbar?

"Ja, was das reine individuelle Talent angeht, absolut. Allerdings unterscheidet sich das Spielsystem. In Spanien genießen wir das Privileg, dass unsere Vereine unaufhörlich Top-Talente hervorbringen. Dadurch haben die Nationalmannschaft und der Trainer Luxusprobleme bei der Nominierung."

Lamine Yamal während des internationalen Freundschaftsspiels zwischen Spanien und Ägypten
Lamine Yamal während des internationalen Freundschaftsspiels zwischen Spanien und ÄgyptenGONGORA / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Wie bewerten Sie die Situation von Rodri, der bei Manchester City zuletzt nicht bei 100 Prozent war?

"Hinter ihm liegt eine schwere Verletzung (ein Kreuzbandriss im rechten Knie), die ihn komplett aus dem Rhythmus gebracht hat – die Kontinuität, die wir uns alle für ihn wünschen, hat dadurch gefehlt. Es bleibt abzuwarten, in welcher Verfassung er zum Turnier reist. Wenn er jedoch fit ist, bleibt er der Schlüsselspieler und der unumstrittene Anführer dieser Mannschaft."

Oyarzabal als Spaniens Geheimwaffe?

Welcher Youngster imponiert Ihnen neben Lamine Yamal besonders?

"Pedri ist ein absoluter Gamechanger! Das spanische Spiel verändert sich komplett, sobald er auf dem Platz steht. Er bestimmt das Tempo, das moderner Fußball verlangt. Im Fußball geht es schließlich nicht nur um permanente Intensität oder pure Geschwindigkeit – man braucht auch diese berühmte 'Pause', um das Spiel zu beruhigen. Und Pedri beherrscht das perfekt."

Wer könnte Spaniens geheimer Trumpf bei diesem Turnier werden?

"Mikel Oyarzabal. Da er für Real Sociedad spielt, steht er im Ausland vielleicht nicht ganz so im Rampenlicht wie ein Lamine Yamal oder Pedri. International genießt er noch nicht diesen riesigen Stellenwert, aber er bringt alles mit, um die Fußballwelt bei dieser WM zu überraschen."

Oyarzabals Statistiken in LaLiga in dieser Saison
Oyarzabals Statistiken in LaLiga in dieser SaisonOpta by StatsPerform (Mutsu Kawamori / AFLO / Profimedia)

Hat die Weltmeisterschaft durch die Aufstockung auf 48 Mannschaften an Exklusivität verloren?

"Die FIFA wollte mit dieser Reform mehr Nationen die Tür zur Weltbühne öffnen – und genau das hat sie mit diesem Modus auch erreicht."

Wen zählen Sie zu den Top-Favoriten auf den WM-Titel?

"Allen voran natürlich Frankreich, wenn man sich ihre Konstanz und die Qualität der letzten Jahre anschaut. Auch Argentinien gehört – solange Leo (Messi) dabei ist – automatisch zum engsten Kreis. Dazu kommt Brasilien. Und Spanien muss sich hinter diesen Teams definitiv nicht verstecken."