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Vorwürfe gegen Frankreich-Sicherheitschef – Mbappé zahlte über 100.000 Euro

Mohamed Sanhadji (l.) nach einem Spiel der WM 2026 neben Mbappé
Mohamed Sanhadji (l.) nach einem Spiel der WM 2026 neben MbappéIcon Sport / Sipa USA / Profimedia

Laut Recherchen der französischen Sportzeitung L’Équipe soll Mohamed "Momo" Sanhadji seine Nähe zu den Stars der französischen Nationalmannschaft ausgenutzt haben, um erhebliche Geldmengen einzustreichen. Zudem steht er im Verdacht, veruntreute öffentliche Gelder angenommen zu haben. Der Sicherheitschef, der seit über 20 Jahren für die A-Nationalmannschaft zuständig ist, wurde Mitte September formell wegen des Verdachts auf Korruption im Zusammenhang mit Amtsträgern beschuldigt. Bereits im Juli 2025 erhielten er und vier weitere Mitglieder des Sicherheitsteams eine Zuwendung in Höhe von insgesamt 180.300 Euro von Kylian Mbappé und dessen Mutter Fayza Lamari – offiziell als Anerkennung für ihre Dienste bei der Weltmeisterschaft in Katar.

Sanhadji, der bis zu 15 Spieler um Geld gebeten haben soll, verlangte den Berichten zufolge, diese Zahlungen "äußerst diskret" zu behandeln.

Die Ermittlungen reichen jedoch weit über die Zahlungen der Nationalspieler hinaus. Der Katalog der Vorwürfe ist lang: Annahme veruntreuter öffentlicher Gelder, aktive und passive Einflussnahme – auch auf internationaler Ebene – sowie Betrug und Geldwäsche im Kontext von Steuerhinterziehung.

Sanhadji steht derzeit unter richterlicher Aufsicht; einer Untersuchungshaft entging er gegen eine Kaution von 80.000 Euro. Nach einer Stellungnahme von Philippe Diallo, dem Präsidenten des Französischen Fußballverbands (FFF), wonach Sanhadjis Verhalten gegen die Ethik- und Verhaltensregeln des Verbands verstoße, wurde ihm das Betreten des Trainingszentrums in Clairefontaine untersagt.

Hunderttausende Euro von Fußballstars

Neben den Zahlungen von Mbappé, die über dessen Mutter abgewickelt wurden (rund 120.000 Euro) und dem Sicherheitschef offenbar beim Kauf einer Immobilie im Wert von 440.000 Euro halfen, flossen weitere Summen: Über 200.000 Euro soll Sanhadji von Laurent Blanc, Raphaël Varane, Yann M'Vila und Mattéo Guendouzi kassiert haben. Auch Persönlichkeiten wie Franck Ribéry, Patrice Evra oder der Komiker Jamel Debbouze soll er instrumentalisiert haben, um sich Gefälligkeiten zu sichern.

Wie eng die Verbindung zu Kylian Mbappé tatsächlich war, zeigt ein weiteres Detail: Als der Stürmer von Real Madrid im Herbst 2024 nicht für die Nationalmannschaft nominiert wurde, soll sich Sanhadji persönlich bei Nationaltrainer Didier Deschamps für ihn eingesetzt haben. Zudem soll das Umfeld der Nummer 10 den Sicherheitschef darum gebeten haben, bei Deschamps Auskünfte über die Personalie Rayan Cherki einzuholen.

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