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"Krebsgeschwür": Whistleblower wirft Infantino jahrelange Vertuschung vor

Gianni Infantino steht derzeit von mehreren Seiten unter Druck.
Gianni Infantino steht derzeit von mehreren Seiten unter Druck.REUTERS/Kacper Pempel

Der Mann hinter den explosiven Enthüllungen, die Manchester City über 100 Verfahren wegen Finanzverstößen einbrachten, erhebt schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino: Der portugiesische Hacker Rui Pinto beschuldigt den FIFA-Präsidenten, bereits 2014 Unregelmäßigkeiten in den Finanzen von Manchester City und Paris Saint-Germain vertuscht zu haben – damals noch in seiner Rolle als UEFA-Generalsekretär (2009–2016).

Im Rahmen des Financial Fair Play (FFP) belegte die UEFA beide Klubs 2014 mit zweistelligen Millionenstrafen. Um eine drohende Sperre für die Champions League abzuwenden, stimmten City und PSG zudem zu, ihre Gehaltsausgaben für zwei Jahre zu gedeckelt. Laut Pinto wendete Infantino damit jedoch weit härtere Konsequenzen aktiv ab. Der heutige FIFA-Chef habe seine Macht missbraucht und die unabhängige Ermittlungsbehörde der UEFA untergraben.

Pinto erklärte, Infantino habe vertrauliche Dokumente geteilt und alles darangesetzt, dass es bei bloßen Geldstrafen blieb. Eine tiefgreifendere Untersuchung, die zu einem Ausschluss aus der Königsklasse hätte führen können, sollte vermieden werden. "Angesichts seines Handelns als UEFA-Generalsekretär und in jüngerer Zeit als FIFA-Präsident kann ich nur sagen: Gianni Infantino ist zu einem Krebsgeschwür des Fußballs geworden und sollte in der Zukunft dieses Sports keinen Platz mehr haben", schrieb Pinto auf der Plattform X.

Whistleblower Pinto bereits verurteilt

Rui Pinto rief im September 2015 die Plattform "Football Leaks" ins Leben, um undurchsichtige und mutmaßlich illegale Deals im Profifußball offenzulegen. Seine Enthüllungen von 2018 führten letztlich zu den Ermittlungen der Premier League gegen Manchester City, die in 115 Anklagepunkten wegen systematischen Finanzbetrugs zwischen 2009 und 2018 gipfelten.

Pinto selbst wurde im September 2023 in Portugal wegen versuchter Erpressung und illegalen Datenzugriffs zu einer vierjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Obwohl Infantino im März 2027 trotz wachsender Kritik erneut zur Wiederwahl als FIFA-Präsident antritt, liegen gegen ihn für seine damalige UEFA-Zeit keine rechtlich festgestellten Fehlverhalten vor.

Die Eigner von Manchester City kündigten derweil an, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Vorwürfe zu wehren. Dem Klub drohen drastische Sanktionen – von enormen Geldstrafen und Punktabzügen bis hin zur nachträglichen Aberkennung von insgesamt acht Titeln (darunter drei Meisterschaften), die im betroffenen Zeitraum gewonnen wurden.

ManCity & der Finanzskandal

Manchester City wurde am 29. September wegen ernsthafter Verstöße gegen die Finanzregularien der Premier League in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Dem Verein droht im schlimmsten Fall der Zwangsabstieg. 

Das Urteil beschäftigt weiterhin die Gerichte, denn City hat Einspruch eingelegt. Hier findest du sämtliche Informationen zum Finanzskandal!

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