Als Marko Arnautovic in der Kabine das Wort ergriff, rückte das bittere wie hochverdiente WM-Aus von Österreich für einen Moment in den Hintergrund.
Nach seinem letzten Auftritt im Nationaltrikot richtete der Rekordspieler bewegende Worte an die Mannschaft und sorgte so für eine "besonders berührende Atmosphäre", wie Teamchef Ralf Rangnick berichtete.
Europameister einfach zu gut für Österreich
Chancenlos mussten sich die Österreicher im Sechzehntelfinale Spanien geschlagen geben, wirklich geschockt war nach dem 0:3 (0:1) gegen den Europameister niemand. "Wir haben gegen den amtierenden Europameister gespielt – und der ist leider Gottes doch eine Nummer zu groß für uns", sagte Angreifer Michael Gregoritsch.

In die gleiche Kerbe schlug auch Rangnick. Er würde sich nicht wundern, sagte der deutsche Teamchef, wenn seine Mannschaft am Donnerstag "auf den zukünftigen Weltmeister" getroffen wäre.
Die Österreicher hatten gegen die spanische Passmaschine um Taktgeber Rodri über 90 Minuten keinerlei Zugriff, eine Überraschung lag nie in der Luft. "Man muss sich einfach nur anschauen, wer da heute bei Spanien eingewechselt wurde. Beziehungsweise, wer noch nicht mal eingewechselt wurde", sagte Rangnick.

Was bleibt also von der ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren? "Man kann sehr viel mitnehmen. Es macht sehr viel Spaß, eine Weltmeisterschaft zu spielen, so ein großes Turnier. Daraus können wir lernen und noch besser werden", sagte Bayerns Konrad Laimer, der betonte: "Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir müssen den nächsten Schritt gehen."
Match-Center: Spanien vs. Österreich
Kaderumbruch: Ja oder nein?
Braucht es einen Umbruch? Mit Rekordtorschütze Arnautovic verabschiedet sich ein Aushängeschild des österreichischen Fußballs von der Nationalmannschaft. Kapitän David Alaba ist schon 34 Jahre und nicht mehr auf demselben Niveau wie zu seinen besten Zeiten.
"Ob wir überhaupt einen Umbruch brauchen, weiß ich nicht", sagte Rangnick. "Aber eins ist klar: Das Ziel muss lauten, dass Österreich regelmäßig an Europa- und Weltmeisterschaften teilnimmt. Das war von Anfang an nicht der Fall. Und das ist auf jeden Fall das Ziel", betonte der Teamchef, der seinen Vertrag jüngst bis 2028 verlängert hatte.
Nur Arnautovic wird fortan fehlen. Die Ansprache in der Kabine sei ein "Gänsehaut-Moment" gewesen, sagte Romano Schmid, auch andere Teamkollegen sprachen in den höchsten Tönen vom 37-jährigen Rekordnationalspieler, der 49 Tore in 137 Länderspielen erzielt hat.

"Er hat immer alles gegeben und ist immer vorangegangen. Dafür gibt es den größten Respekt von meiner Seite", sagte Laimer und fügte an: "Ich bin froh, dass ich ein kleiner Teil seines Weges sein konnte."
-----------------------------------------------------------------------------

