Erling Haaland kann sich kaum vorwerfen lassen, sein USA-Abenteuer nicht vollends zu genießen.
Beim "Viking Row" strahlt der Starstürmer regelmäßig wie ein kleiner Junge, er stolzierte bereits in New York über den Times Square und belohnte sich in Dallas für seinen bisher wichtigsten WM-Treffer kürzlich mit einem spontanen Shoppingtrip.
Im Westernladen Wild Bill's tauschte Haaland den Wikingerhelm gegen einen Cowboyhut, Stiefel und allerlei texanisches Kulturgut. Ahnt der norwegische Torgigant vielleicht schon, dass sein traumhafter WM-Trip bald vorüber sein könnte?
Als er auf das Achtelfinale gegen Brasilien angesprochen wurde, stapelte Haaland jedenfalls äußerst tief. "Uh", stöhnte der Angreifer: "Sehr gering" seien die Chancen für das Duell mit dem Rekordweltmeister am Sonntag (22 Uhr MESZ/MagentaTV) in East Rutherford. Es werde "nicht einfach, da müssen wir realistisch sein".
Match-Center: Brasilien vs. Norwegen
Brasilianer strotzen vor Selbstvertrauen
Norwegen stehe im Achtelfinale, aber dort "warten hervorragende Mannschaften", sagte er ganz diplomatisch und gab sich keinerlei Illusionen hin: "Ich weiß nicht, ob wir es schaffen werden. Wir haben uns intensiv vorbereitet und sind nach wie vor sehr gut vorbereitet."
Zumal die Brasilianer um ihren Starstürmer Vinicius Júnior und die genesene Teilzeitkraft Neymar nach einem Stolperstart immer besser ins Turnier finden.

Die bestandene "Feuertaufe", wie die Zeitung Globo den Sieg gegen Japan bezeichnete, lässt die stolze Fußballnation wieder mehr auf das Ende der 24-jährigen Durststrecke hoffen. "Wir sind stark, glücklich und wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Trainer Carlo Ancelotti, der unfreiwillig in die Schlagzeilen geraten war.
Europa-Fluch als norwegische Hoffnung
Sein Gegenüber Stale Solbakken hatte Norwegens Spieler nach dem emotionalen Erfolg gegen die Elfenbeinküste (2:1) bereits auf die Selecao eingeschworen. "Carlo Ancelotti", rief er in der Kabine, "wir kommen, um dich zu holen." Brasilianische Medien tobten und schrieben beinahe einen Skandal herbei.
Es sei vielmehr eine "Hommage als alles andere", beschwichtigte Solbakken. Ancelotti adelte er schließlich als "einen der Größten" und Brasilien als einen der Titelfavoriten.
Doch die Selecao wird ihren beängstigenden Europa-Fluch brechen müssen, um die Chance auf den ersten WM-Triumph seit 2002 zu wahren. Seit dem Finalsieg über Deutschland gewann Brasilien in der K.o.-Phase einer WM gegen keinen europäischen Gegner mehr.
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