DEL: Im Finale gegen Berlin – Mannheimer Auftaktpleite schmerzt doppelt

Leon Gawanke hat sich bei der Niederlage der Adler Mannheim gegen Berlin möglicherweise schwerer verletzt.
Leon Gawanke hat sich bei der Niederlage der Adler Mannheim gegen Berlin möglicherweise schwerer verletzt.UWE ANSPACH / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Die Auftaktniederlage im Finale gegen die eiskalten Eisbären Berlin ist für die Adler Mannheim doppelt schmerzhaft. Sie verlieren nicht nur Spiel eins, sondern womöglich auch zwei wichtige Spieler.

Über Justin Schütz und Leon Gawanke wollte niemand reden. "Ich kann kein Update geben, da müssen wir schauen", sagte Eishockey-Nationalspieler Lukas Kälble nach der bitteren 3:7-Auftaktpleite der Adler Mannheim im Finale gegen die Eisbären Berlin. Wie groß der Verlust der beiden Mannheimer Playoff-Topscorer sein könnte, wollte der Verteidiger nicht einschätzen: "Ich weiß ja nicht, ob es ein Verlust ist. Ich kann keine Angaben dazu machen."

Zum Match-Center: Adler Mannheim vs. Eisbären Berlin

Es ist Playoff-Zeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), und über Verletzungen wird nicht gesprochen. Der Gegner könnte ja einen Vorteil daraus ziehen und eventuell einen Spieler dort attackieren, wo es aktuell besonders wehtut - so die leider nicht ganz unbegründete Befürchtung.

Plachte mit besten Wünschen an Gawanke

Gut sah es bei den beiden Olympiateilnehmern am Freitagabend nicht aus: Torjäger Schütz, der im Halbfinale gegen Red Bull München mit zwei Siegtoren und drei Vorlagen heiß gelaufen war, musste kurz vor Ende des zweiten Drittels, offenbar am Bein verletzt, vom Eis. Abwehrspieler Gawanke, krachte zu Beginn des Schlussabschnitts nach einem Check des Berliner Kapitäns Kai Wissmann mit dem Rücken gegen die Bande und blieb zunächst auf dem Eis liegen.

"Das sah sehr, sehr böse aus", sagte Stürmer Matthias Plachta bei MagentaSport, "ich hoffe, dass es Leon gut geht." Gawanke, der schon acht Mannheimer Tore in den Playoffs vorbereitete, spielte sich mit einer starken Saison zurück in die Nationalmannschaft. Auf Berliner Seite könnte Wissmann, der eine Spieldauer-Disziplinarstrafe erhielt, mit einer Sperre ausfallen.

Die Adler hatten sich die Rückkehr ins DEL-Finale nach sieben Jahren ganz anders vorgestellt. Trotz Überlegenheit und einiger guter Chancen lagen sie aber schon nach dem ersten Drittel 0:3 zurück, nach 40 Minuten und einem schwachen zweiten Durchgang gar mit 0:5. Am Ende kämpften sie sich noch einmal auf 3:5 heran, ehe die abgezockten Berliner zweimal ins leere Tor trafen. "Wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können. Im dritten Drittel waren wir effizient", meinte Kälble, "es war ein Spiel, mehr nicht."

Adler sehen nichts entschieden

Titelverteidiger und Rekordmeister Berlin geht allerdings mit breiter Brust ins zweite Spiel am Sonntag (16.30 Uhr/MagentaSport) in der heimischen Arena. In vier Finalspielen in Folge haben die Playoff-Könige nun jeweils sieben Tore erzielt. Wenn es um den Titel geht, findet das Team des Meistermachers Serge Aubin immer noch einen höheren Gang. Der Kanadier mahnte aber angesichts des wackligen letzten Drittels: "Da haben wir den Fuß ein wenig vom Gaspedal genommen. Das darf uns nicht passieren. Ich weiß, wir können besser spielen."

Sorgen, dass seine Spieler die nächsten Aufgaben auf die leichte Schulter nehmen könnten, muss Aubin sich nicht machen. "Es ist egal, ob du hier 2:1 oder 15:0 gewinnst, es ist ein Sieg", stellte Stürmer Manuel Wiederer fest: "In Spiel zwei geht es wieder von Null los."