Wellbrock schwimmt im Glück
"Es ist verrückt, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet", sagte Florian Wellbrock, der nach einer schwachen Saison mit "heruntergeschraubten" Erwartungen zur EM gereist war, "drei Titel hier hätte ich mir nicht erträumt. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich das so noch mal erleben durfte."
EM-Neuling Julia Ackermann, Knockout-Sprint-Siegerin Isabel Gose und der Olympiazweite Oliver Klemet, der über zehn Kilometer Bronze geholt hatte, waren vor Wellbrock ins Wasser gesprungen und hatten ihm einen Vorsprung von gut acht Sekunden übergeben.
"Was die drei anderen gut gemacht haben, möchte ich hinten natürlich nicht versauen", sagte Wellbrock, der nach einem Olympiasieg, zehn Weltmeistertiteln und nun insgesamt vier EM-Goldmedaillen weiß, wie er mit Druck umgeht. "Das ist mein Job, dafür werde ich bezahlt."
Erfolgreiche Schwimm-EM
Es ist das vierte Gold und die fünfte Medaille für das deutsche Freiwasserteam. Die Männer um Wellbrock waren lediglich beim Knockout-Sprint am Freitag überraschend leer ausgegangen.
Wellbrock verabschiedet sich damit als Freiwasser-Dominator aus Paris, wo er bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren ein Debakel erlebt und im Becken und in der Seine Edelmetall deutlich verpasst hatte.
Der Vierfach-Triumph wie im Vorjahr bei der WM in Singapur gelang dem Magdeburger allerdings nicht, weil er im Knockout-Sprint als bester Deutscher nach starkem Vorlauf und Halbfinale im Endlauf nur Siebter wurde.
