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Schwimm-EM 2026 in Paris: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Centre Aquatique Olympique ist Gastgeber der Schwimm-EM
Das Centre Aquatique Olympique ist Gastgeber der Schwimm-EMABACAPRESS, Abaca Press / Alamy / Profimedia

Die Schwimmer um Olympiasieger Lukas Märtens kehren zwei Jahre nach den Sommerspielen nach Paris zurück. Wer hat bei der EM ab Freitag Chancen auf Edelmetall? Der SID beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Europameisterschaften (31. Juli bis 16. August).

Werden die EM-Medaillen an den Olympia-Sportstätten vergeben?

Teilweise. Die Wasserspringer und Synchronschwimmerinnen gehen wie vor zwei Jahren im Centre Aquatique Olympique an den Start. Die Halle am Stade de France, die für Olympia erbaut wurde, ist bei der EM auch Heimat für die Beckenschwimmer um Olympiasieger Lukas Märtens, die vor zwei Jahren im Rugbystadion La Defense zu Gast waren.

Für Vierfachweltmeister Florian Wellbrock geht es im Freiwasser wieder in die Seine, diesmal aber weiter flussabwärts in der Nähe des Eiffelturms. Dort findet auch das High Diving statt.

Wer holt die ersten Medaillen für das deutsche Team?

Die EM beginnt am Freitag (15.00 Uhr) mit dem Mixed-Team-Wettkampf im Wasserspringen, bei dem die deutsche Mannschaft um Moritz Wesemann und Lena Hentschel gleich aufs Podest will - im Vorjahr gab es Silber.

Danach hat Klara Bleyer im Synchronschwimmen ihren ersten Auftritt - im Duett mit ihrer neuen Partnerin Maria Denisov steht das technische Programm an (18.00 Uhr). Da ist die 22-Jährige Außenseiterin, ebenso am Samstag im freien Duett. Goldkandidatin ist die Bochumerin aber am 3. August - als Titelverteidigerin und Weltcupsiegerin im freien Solo.

Was ist im Wasserspringen drin?

Lena Hentschel, bereits 2021 in Tokio Olympiadritte, hofft allein schon auf vier Medaillen wie vor einem Jahr in der Türkei - ebenso wie Moritz Wesemann, der als Titelverteidiger vom 1-m-Brett und im 3-m-Synchronspringen an den Start geht. Auch Vizeweltmeisterin Pauline Pfeif gehört vom Turm zu den Favoritinnen. Bundestrainer Christoph Bohm will "in jedem Wettbewerb eine Medaille holen", im Vorjahr waren es zwölf, diesmal ist die Konkurrenz stärker, weil die Russen wieder dabei sind und die Briten in Bestbesetzung antreten. "Richtung zehn Medaillen" blickt Bohm.

Gelingt Florian Wellbrock in der Seine die Wiedergutmachung?

Zwei Jahre nach seinem Olympiadebakel tritt der Tokio-Sieger als aktueller Weltmeister in allen vier Freiwasserdisziplinen an. Doch die Saison lief überhaupt nicht nach Plan, und der 28-Jährige ist eher pessimistisch. "Richtung europäische Spitze fehlt da momentan einiges", sagt Wellbrock, "die Medaillenhoffnungen sind auf ein Minimum zurückgeschraubt." Positive Erinnerungen an die Seine hat der Olympiazweite Oliver Klemet, der 24-Jährige zählt sich "auf jeder Strecke zu den Medaillenkandidaten".

Neben den olympischen zehn Kilometern gehören auch die halbe Distanz sowie der Knockout-Sprint, bei dem auch die 1500-m-Olympiadritte Isabel Gose und 800-m-Europarekordler Johannes Liebmann an den Start gehen, und die Staffel zum EM-Programm.

Und wer schwimmt im Becken aufs Podest?

Lukas Märtens kehrt als Olympiasieger über 400 m Freistil nach Paris zurück, inzwischen ist er auch Weltmeister und Weltrekordler auf dieser Strecke. Den EM-Titel, den er schon 2022 in Rom gewann, hätte er gerne noch dazu. Die stärkste Konkurrenz kommt aus der eigenen Magdeburger Trainingsgruppe: Klemet ist in Europa in diesem Jahr die Nummer zwei hinter Märtens, der erst 19-jährige Liebmann die Nummer drei.

Außerdem hat Märtens die 200 m im Blick, "da habe ich noch keine internationale Medaille". Deshalb verzichtet er trotz WM-Bronze auf die 800 m, auf denen Liebmann mit seinem Europarekord vom April und Vizeweltmeister Sven Schwarz die aktuell schnellsten Europäer sind. Über 1500 m führen Liebmann, Schwarz und Klemet sogar die Weltrangliste an.

Wer hat noch Chancen?

Isabel Gose ist über 400 m Freistil aktuell Europas Schnellste, über 800 und 1500 m war bislang nur ihre italienische Dauerrivalin Simona Quadarella besser. 100-m-Weltmeisterin Anna Elendt will auf allen Bruststrecken "sehr konstant schwimmen". Melvin Imoudu, der bei Olympia eine Medaille nur um sechs Hundertstelsekunden verpasste, sieht sich in "einer der stärksten Saisons, die ich je gemacht habe", und zählt als Titelverteidiger über 100 m Brust zu den Mitfavoriten.

Knapp Bronze verpasste auch Angelina Köhler vor zwei Jahren, jetzt ist die Weltmeisterin von 2024 über 100 m Schmetterling Europas Jahresbeste. "Zweistellig" soll laut DSV-Sportvorstand Christian Hansmann die Medaillenausbeute im Becken werden - 2022, bei der letzten EM mit Bestbesetzung, gab es achtmal Edelmetall.