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Märtens kehrt nach Paris zurück: Gold-Ort weckt ganz unterschiedliche Gefühle

Märtens hofft auf die nächste Medaille in Paris
Märtens hofft auf die nächste Medaille in ParisROBERT MICHAEL / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Die Rückkehr nach Paris ist emotional. Olympiasieger Lukas Märtens denkt mit Stolz daran, dass er "vor zwei Jahren auch für mich Geschichte geschrieben" hat, und will es bei der Schwimm-EM "gerne wiederholen". Für Freiwasser-Star Florian Wellbrock, der 2024 ein Debakel erlebte, sind die Erinnerungen dagegen weit weniger positiv - ebenso für Angelina Köhler, die von einem "Trauma" spricht.

Neben Märtens, der nach seinem Olympiatriumph über 400 m Freistil in Frankreichs Hauptstadt seinem WM-Titel und Weltrekord auch noch EM-Gold hinzufügen möchte, freut sich auch Isabel Gose auf das Rendezvous mit der Vergangenheit bei den am Freitag beginnenden Europameisterschaften. "Am liebsten würde ich nochmal in genau demselben Becken schwimmen, mit genau demselben Bus fahren, in genau demselben Dorf wohnen", sagt die Olympiadritte über 1500 m im SID-Interview.

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Das ist nicht möglich, denn Märtens und Co. schwimmen nicht wie 2024 im Rugbystadion La Defense, sondern im Centre Aquatique Olympique am Stade de France. Im Olympischen Dorf nebenan wohnen inzwischen Einheimische. Und Wellbrock, der sich im vergangenen Jahr als Vierfach-Weltmeister im Freiwasser zurückmeldete, springt zwar wieder in die Seine. Aber diesmal weiter flussabwärts, wo die Strömung nicht so stark ist - und das Wasser inzwischen wärmer und sauberer als bei Olympia.

Klemet mit Hoffnungen?

Dennoch ist der Tokio-Olympiasieger pessimistisch, weil er in dieser Saison - auch durch drei Krankheitspausen - nicht zu seiner gewohnten Form gefunden hat. "Richtung europäische Spitze fehlt da momentan einiges", sagt der 28-Jährige mit Blick auf die Freiwasserrennen in der kommenden Woche, "die Medaillenhoffnungen sind auf ein Minimum zurückgeschraubt."

In die Bresche will Oliver Klemet springen, der nach Olympiasilber in der Seine "mit einer positiven Erinnerung an den Start" geht. Wie sein Trainingspartner Wellbrock ist der 24-Jährige für alle vier Freiwasserrennen vorgesehen - und zählt sich "auf jeder Strecke zu den Medaillenkandidaten".

Was mach Senkrechtstarter Liebmann?

Da sieht sich auch Angelina Köhler, die über 100 m Schmetterling "in Europa mit der schnellsten Zeit vorne" liegt. Die Ex-Weltmeisterin will sich mit Paris versöhnen: Bei Olympia verpasste sie eine Medaille knapp und bekam nach ihrer Kritik an der drittplatzierten Chinesin Zhang Yufei im Internet "auf allen meinen Kanälen einen Shitstorm" sowie "die Breitseite des Hasses" ab.

Neben Märtens, Gose und Köhler hoffen auch Senkrechtstarter Johannes Liebmann, der mit 19 Jahren als Europarekordler über 800 m anreist, Titelverteidiger Melvin Imoudu über die Brust-Sprintstrecken, Brust-Weltmeisterin Anna Elendt oder der doppelte Vizeweltmeister Sven Schwarz auf Medaillen im Becken. Ebenso Dauerbrenner Klemet, der nach vier Freiwasserstarts noch drei Disziplinen im Pool auf dem Zettel hat. "Zweistellig" soll laut DSV-Sportvorstand Christian Hansmann die Medaillenausbeute im Becken werden.

Um das erste deutsche Edelmetall kämpfen bereits ab Freitag die Wasserspringer um die Titelverteidiger Moritz Wesemann und Lena Hentschel sowie Synchronschwimmerin Klara Bleyer, die vor einem Jahr als erste Deutsche EM-Gold im Solo gewann. Wassersprung-Bundestrainer Christoph Bohm blickt "Richtung zehn Medaillen".