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Nach Krawallen beim "Derby": Einreiseverbot für Haiti in der Dominikanischen Republik

Yassin Fortune bejubelt seinen Treffer für Haiti in der Dominikanischen Republik.
Yassin Fortune bejubelt seinen Treffer für Haiti in der Dominikanischen Republik.NELSON PULIDO / AFP

Nach Ausschreitungen beim "Hispaniola Derby" hat die Regierung der Dominikanischen Republik ein Einreiseverbot gegen die haitianische Fußball-Nationalmannschaft verhängt. Fans des WM-Teilnehmers hatten versucht, sich gewaltsam Zutritt zu einem ausverkauften Spiel zwischen den beiden Nachbarländern in Santo Domingo zu verschaffen. Haiti gewann im ersten Duell in der Dominikanischen Republik seit 2013 im Rahmen der CONCACAF Nations League 4:1.

"Das Sportministerium verbietet der haitianischen Fußball-Nationalmannschaft strikt, in dominikanischen Sportstätten zu spielen", erklärte der dominikanische Sportminister Kelvin Cruz und bezeichnete den Vorfall im Felix-Sanchez-Olympiastadion als "inakzeptabel". Für Aufregung sorgte zudem der haitianische Doppeltorschütze Wilson Isidor, der nach seinen Treffern rief: "Hispaniola ist Haiti! Das hier ist Haiti!"

Zum Match-Center: Dominikanische Republik vs. Haiti

Jose Deschamps, Präsident des Fußball-Verbandes der Dominikanischen Republik, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Isidors Aussagen seien "nicht angebracht, angesichts der Situation zwischen den beiden Ländern". Die beiden Länder teilen sich die zweitgrößte westindische Insel Hispaniola.

Politik überschattet den Sport

Haiti wird seit einigen Jahren von tödlicher Bandengewalt erschüttert, große Teile des Karibikstaates werden von schwer bewaffneten kriminellen Syndikaten kontrolliert, die die örtlichen Behörden bislang nicht in den Griff bekommen konnten.

Der dominikanische Präsident Luis Abinader hat ein hartes Vorgehen gegen die haitianische Einwanderung zu einem seiner wichtigsten Themen gemacht und unter anderem eine Mauer entlang der gemeinsamen Grenze errichten lassen. Mehr als 265.000 Haitianer wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres aus der Dominikanischen Republik ausgewiesen, wie offizielle Zahlen zeigen.

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