ÜBERRASCHEND: Norris hat nun in drei der vergangenen vier Qualifyings den ersten Startplatz geholt, in Madrid galt er trotzdem nicht als Favorit auf die Pole Position. In den bisherigen Sessions waren andere schneller gewesen, im zweiten freien Training konnte er wegen eines technischen Problems gar nicht fahren - und doch war Norris im entscheidenden Moment zur Stelle. In Ungarn und den Niederlanden holte sich Norris vom ersten Startplatz aus den Sieg.
Gelingt dem Weltmeister nun am Sonntag ein guter Start, hat er beste Chancen auf den nächsten Erfolg. So weit wollte er aber noch nicht denken. "Ich bin unglaublich stolz auf diese Runde. Es war einer dieser Momente, in denen alles ineinandergreift und man genau das erreicht, was man sich vorgenommen hatte", sagte er.
Antonelli und Norris an der Spitze
WIEDERGUTMACHUNG: Fred Vasseur war zufrieden, nach dem Tiefschlag von Monza musste eine Reaktion her. Und die Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton und Charles Leclerc lieferten mit den Plätzen vier und fünf zumindest im Qualifying. "Da waren wir vorne mit dabei", sagte Teamchef Vasseur. Doch im Rennen muss noch viel mehr kommen, taktische Fehler, wie sie zuletzt häufig unterliefen, kann sich Ferrari nicht erlauben.
RATLOS: Kimi Antonelli fehlten nur 0,011 Sekunden zu Pole-Setter Norris, aber sein Teamkollege George Russell erlebte die nächste Enttäuschung. Mehr als der sechste Startplatz war nicht möglich, und eine wirkliche Erklärung können die Verantwortlichen dafür nicht finden.
Immerhin Russell gab sich kämpferisch. "Der Abstand in der WM ist schon recht groß, ich muss jetzt nicht nur gute Leistungen abrufen, sondern auch etwas Glück auf meiner Seite haben", sagte er. Danach sieht es allerdings nicht aus.
PRAGMATISCH: Es muss schon eine Menge passieren, damit Nico Hülkenberg große Emotionen zeigt. Ein elfter Startplatz gehört offensichtlich nicht dazu, dieser stimme ihn jedenfalls nur "mäßig zufrieden".
Strecke sorgt für Action
Verständlich, schließlich hatte sich Hülkenberg große Hoffnungen aufs Erreichen der dritten Qualifying-Phase gemacht. "Die Strecke hat es in sich. Saubere Runden zu produzieren, ist sehr, sehr schwer. Die ultimative Challenge", sagte er. In seiner langen Karriere hat Hülkenberg aber bereits oft bewiesen, dass er auch schwierigen Herausforderungen meistern kann. Punkte sind für den Deutschen möglich.
NEU: Der Kurs auf dem Messegelände der spanischen Hauptstadt ist höchst anspruchsvoll - das bekamen bereits mehrere Fahrer zu spüren. Rekordweltmeister Lewis Hamilton krachte im dritten freien Training in die Streckenbegrenzung, auch Rookie Arvid Lindblad und Oliver Bearman landeten nach Fahrfehlern in der Absperrung.
Auch in den Nachwuchsserien Formel 2 und Formel 3 gab es mehrere Zwischenfälle, das Rennen könnte also von Roten Flaggen geprägt sein.
Verstappen dachte an Abschied
SATT: Der viermalige Weltmeister Max Verstappen hat unterdessen bekannt, vor seiner Vertragsverlängerung beim Rennstall Red Bull tatsächlich über eine Ende seiner Karriere in der Königsklasse nachgedacht zu haben. "Ich habe ernsthaft überlegt, Schluss zu machen", sagte der Niederländer in der Bild am Sonntag: "Aber im Endeffekt liebe ich Racing."
Vor rund drei Wochen hatte Verstappen seinen 2028 auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert. Zuvor hatte es immer wieder Spekulationen über die Zukunft des 28-Jährigen gegeben. "Ich fahre nicht für die Geschichtsbücher, sondern für mich selbst, das Team und unsere Fans", äußerte Verstappen: "Deswegen war es letztlich eine leichte Entscheidung."
