Ottawa Senators 2:4 Carolina Hurricanes
Die Carolina Hurricanes machen kurzen Prozess. Mit einem 4:2-Sieg im vierten Spiel schickten sie die Ottawa Senators per Sweep in den Sommerurlaub. Der entscheidende Mann des Abends war Logan Stankoven, der im dritten Drittel im Powerplay genau richtig stand. Ein Schuss von K’Andre Miller prallte von der Bande direkt vor seine Kelle – Stankoven fackelte nicht lange und versenkte den Puck zum zwischenzeitlichen 2:1 aus spitzem Winkel.
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Stankoven ist derzeit kaum zu stoppen: Er traf in jedem der vier Spiele dieser Serie. Auch Teamkollege Taylor Hall sparte nicht mit Lob und betonte, wie gut die Chemie in ihrer Reihe derzeit stimme. Sebastian Aho machte den Deckel schließlich mit zwei Empty-Net-Treffern drauf, auch wenn Ottawa zwischendurch durch Dylan Cozens noch einmal auf 2:3 herangekommen war. Carolina bewies Nervenstärke und eine gnadenlose Effizienz in der Defensive.
Für Ottawa ist das Aus "herzzerreißend", wie Kapitän Brady Tkachuk nach dem Spiel zugab. Besonders bitter: Das Powerplay der Senators war über die gesamte Serie ein Totalausfall. Erst im letzten Spiel gelang durch Drake Batherson auf Vorlage von Tim Stützle der erste Treffer bei Überzahl – davor blieben 17 Versuche ungenutzt. Am Ende reichten Kampfgeist und ein starkes Debüt von Carter Yakemchuk nicht aus, um gegen das Bollwerk aus Carolina zu bestehen.
Die Hurricanes schreiben derweil Geschichte: Sie sind erst das dritte Team der NHL-Historie, das acht Jahre in Folge mindestens eine Playoff-Runde gewinnen konnte. Zudem schafften sie das seltene Kunststück, in einer Best-of-7-Serie kein einziges Mal in Rückstand zu geraten. In der nächsten Runde wartet nun entweder Philadelphia oder Pittsburgh auf die Truppe von Rod Brind’Amour.
Minnesota Wild 3:2 (OT) Dallas Stars
In St. Paul rauchten die Nerven! Matt Boldy wurde zum Helden des Abends, als er die Minnesota Wild 29 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung zum 2:2-Serienausgleich schoss. Nach einem harten Forecheck von Eriksson Ek und Kaprizov hielt Boldy bei einem Schuss von Jared Spurgeon einfach den Schläger rein. Besonders kurios: Zuvor war Boldy bereits ein Treffer aberkannt worden, weil er den Puck absichtlich mit dem Schlittschuh ins Tor gekickt hatte – beim zweiten Mal machte er es regelkonform.
Das Spiel war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Marcus Foligno rettete die Wild überhaupt erst in die Verlängerung, als er im Fallen seinen eigenen Rebound zum 2:2-Ausgleich über die Linie stocherte. Auch der deutsche Nationalspieler Nico Sturm war mit einem Pre-Assist an diesem Treffer beteiligt. Torhüter Jesper Wallstedt, der mit 43 Paraden ein überragendes Spiel machte, hielt Minnesota vor allem in der kritischen Phase der Overtime im Spiel. "Wir haben nie aufgegeben und uns diesen Sieg verdient", so der sichtlich erleichterte Goalie nach dem Match.
Dallas hingegen haderte mit dem "Krieg im Torraum", wie Coach Glen Gulutzan es nannte. Die Stars führten zweimal, unter anderem durch ein Powerplay-Tor von Jason Robertson, der damit einen historischen Lauf fortsetzt: Er traf in den ersten vier Spielen der Postseason – ein Kunststück, das in der Franchise-Geschichte zuvor nur Steve Payne 1981 gelang. Trotz der starken Leistung von Miro Heiskanen, der ein Tor erzielte, aber auch zwei Gegentreffer unglücklich abfälschte, reichte es am Ende nicht.
Die Serie ist nun völlig offen und kehrt beim Stand von 2:2 für Spiel 5 zurück nach Dallas. Während die Stars darauf hoffen, dass ihr bärenstarkes Powerplay (heute 2 von 2) weiterhin sticht, müssen die Wild hoffen, dass ihre Defensive den "Nahkampf", wie Gulutzan es nannte, weiterhin so verbissen annimmt. Eines ist sicher: In dieser Serie wird um jeden Zentimeter Eis gekämpft.
Philadelphia Flyers 2:4 Pittsburgh Penguins
Totgesagte leben länger! Sidney Crosby und seine Pittsburgh Penguins haben den ersten Matchball der Philadelphia Flyers abgewehrt und die Serie mit einem 4:2-Sieg auf 1:3 verkürzt. Crosby selbst ging mit gutem Beispiel voran: Erst erzielte er im ersten Drittel die Führung im Powerplay per Direktschuss, später bereitete er das vorentscheidende 3:1 durch Kris Letang mit vollem Einsatz vor, indem er den Puck artistisch mit dem Schlittschuh zu seinem Verteidiger kickte.
Ein entscheidender Faktor war der Wechsel im Tor der Penguins. Arturs Silovs ersetzte Stuart Skinner und rechtfertigte das Vertrauen mit 25 Paraden. Es war sein erster Playoff-Einsatz seit seinem denkwürdigen Lauf mit den Canucks im Vorjahr. Silovs wirkte ruhig und sicher, was der gesamten Hintermannschaft von Pittsburgh sichtlich guttat. Rickard Rakell nutzte zudem einen dicken Patzer von Flyers-Keeper Dan Vladar eiskalt aus, um den Puck ins leere Tor zu schieben.
Philadelphia versuchte alles, um die Serie bereits vor heimischem Publikum zu beenden. Denver Barkey feierte sein erstes Playoff-Tor und Travis Konecny brachte die Flyers im letzten Drittel noch einmal auf 2:3 heran. Doch die Penguins-Defensive hielt dem Druck stand, bevor Connor Dewar mit einem Empty-Net-Goal alles klarmachte. Für Dewar war es ebenfalls die Tor-Premiere in den Stanley Cup Playoffs.
Trotz der Niederlage haben die Flyers weiterhin alle Trümpfe in der Hand und führen die Serie mit 3:1 an. Doch der psychologische Vorteil könnte nun leicht Richtung Pittsburgh gewandert sein, da die Serie für Spiel 5 zurück in die Stahlstadt kehrt. Die Penguins haben bewiesen, dass sie unter Druck abliefern können – nun muss Philadelphia zeigen, dass sie den Sack auch wirklich zumachen können.
